Briefwechsel

Sadkowski, Eugenie von und Wedekind, Frank

2 Dokumente

München, 6. Oktober 1913 (Montag)
von Sadkowski, Eugenie von
an Wedekind, Frank

6. Oct. 1913


Sehr verehrter Herr Wedekind!

Ihre grosse LiebenswürdigkeitZusammenhang nicht ermittelt. Eugenie von Sadkowski (geb. Dumtsa), genannt: Jenny, eine Malerin [vgl. Münchner Jahresausstellung 1914 im königlichen Glaspalast. München 1914, S. 340], die mit ihrem Mann, dem Maler Stanislaus von Sadkowski, in München wohnte (Renatastraße 27) [vgl. Adreßbuch für München 1914, Teil I, S. 573], war eine Cousine von Tilly Wedekind. Der Sohn Ferdinand von Sadkowski war ein Spielgefährte von Frank und Tilly Wedekinds Töchtern. drängt mich, Ihnen meine grosse Freude und meinen wärmsten Dank auszusprechen.

Es kam jedenfalls eine Überraschung nie glücklicher, als Ihre an mich.

Mit den besten Empfehlungen an Sie Herr Wedekind, und viele Grüsse für Tilli
bin ich Ihre dankschuldige
Eugenie v. Sadkowski

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München, 15. Februar 1918 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Sadkowski, Eugenie von

München 15 Februar 1918.


Prinzregentenstraße 50.


Sehr verehrte gnädige Frau!

Darf ich Sie höflichst um die Liebenswürdigkeit ersuchen, mir die drei Exemplare von „Überfürchtenichts“ die Sie die Güte hatten mit andern Büchern bei sich in VerwahrungExemplare der Buchausgabe seines Einakters „Überfürchtenichts“ (1917) und weiteres Gepäck ließ Frank Wedekind offenbar bei Eugenie von Sadkowski (genannt: Jenny, eine Cousine seiner Frau) in Zürich zurück, als er wegen Tilly Wedekinds Selbstmordversuch, von dem er am 5.12.1917 erfuhr, am 8.12.1917 nach München aufbrach [vgl. Tb]. zu nehmen, als Drucksache eingeschrieben hierher senden zu wollen.

Tilly hat sich schon fast vollständig von ihrer schweren Erkrankung erholt. Sie weilt zwar noch | im Sanatorium Neu-WittelsbachDie Kuranstalt Neuwittelsbach in München (Romanstraße 11) wurde geleitet von dem Geheimen Sanitätsrat Dr. med. Rudolf von Hößlin, „Aufnahme von an chronischen und akuten, nicht ansteckenden Krankheiten Leidenden“ [Adreßbuch für München 1917, Teil III, S. 52]. Dort erholte sich Tilly Wedekind nach ihrem Selbstmordversuch (30.11.1917)., macht aber schon täglich lange Spaziergänge. Nur noch etwas Gelenkschmerzen sind zurückgeblieben und durch Bäder zu beheben.

Für die große Liebenswürdigkeit mit der Sie meine Bücher zu verwahren die Freundlichkeit haben sage ich Ihnen herzlichen Dank.

Mit besten Empfehlungen und Grüßen an Sie, verehrte gnädige Frau, an Herrn von Sadkowsky und den lieben HippolitFerdinand von Sadkowski, genannt: Hipolit, der Sohn von Eugenie und Stanislaus von Sadkowski, war in München häufiger Spielgefährte von Wedekinds Töchtern gewesen.
Ihr sehr ergebener
Frank Wedekind.

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