Briefwechsel

Faesi, Robert und Wedekind, Frank

3 Dokumente

Zollikon, 24. Oktober 1917 (Mittwoch)
von Faesi, Robert
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Postkarte an Robert Faesi vom 25.10.1917 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundliche Aufforderung.

Einzelstellenkommentare

München, 25. Oktober 1917 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Faesi, Robert

Sehr geehrter Herr Doctor! Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre freundliche Aufforderungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Robert Faesi an Wedekind, 24.10.1917.. Gerne bin ich bereit im literarischen KlubDer Wedekind-Abend im Literarischen Klub, dessen Vizepräsident Robert Faesi war [vgl. Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 2207, 23.11.1917, 1. Mittagblatt, S. (2)], fand am 17.11.1917 um 20 Uhr statt: „Der Literarische Klub des Lesezirkels Hottingen nimmt am Samstag abend 8 Uhr seine Wintersitzungen auf. Frank Wedekind wird in dieser ersten Sitzung aus eigener Dichtung ‒ erzählender und lyrischer ‒ vorlesen.“ [Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 2157, 16.11.1917, 1. Mittagsblatt, S. (2)] in Zürich vorzutragen. Den Vortrag dem Abend des Hottinger LesezirkelsWedekinds vom Lesezirkel Hottingen veranstaltete „Herakles“-Lesung fand am 5.11.1917 – „Herakles Vortrag im Hottinger Lesezirkel“ [Tb] – um 20 Uhr in der Tonhalle statt: „Tonhalle Kleiner Saal / Montag den 5. November 1917 / 2. Abend des Lesezirkels Hottingen / Frank Wedekind ‚Herakles‘ eine dramatische Dichtung, ungedruckt / Anfang 8 Uhr Ende gegen 9 ½ Uhr.“ [Neue Zürcher Zeitung, Jg. 138, Nr. 2081, 5.11.1917, 1. Morgenblatt, S. (4)] vorangehen zu lassen, halte ich nicht für angemessen. Dagegen soll es mir nachher ein Vergnügen sein. Mit der Bitte desSchreibversehen, statt: den. Ausdruck vorzüglichster | Hochschätzung entgegenehmen zu wollen
Ihr
Frank Wedekind.


Königreich Bayern
Postkarte


Herrn Professor
Dr. Robert
Faesi
Zollikon bei Zürich
Schweiz

Einzelstellenkommentare

Zürich, 4. Dezember 1917 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Faesi, Robert

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Zürich, 4 Dezember 1917.


Sehr geehrter Herr Doctor Faesi!

Empfangen Sie schönsten Dank für die prachtvollen Gedichte Ihrer Brandung, die Sie mir zum Geschenk machtenRobert Faesi hat Wedekind seinen Lyrik-Band „Aus der Brandung. Zeitgedichte eines Schweizers“ (1917) geschenkt, der im Frühjahr im Verlag Huber & Co. in Frauenfeld und Leipzig erschienen ist [vgl.Börsenblatt für den Deutzchen Buchhandel, Jg. 84, Nr. 99, 30.4.1917, S. 2947]. Er könnte ihn im Zusammenhang mit dem Wedekind-Abend am 17.11.1917 im Literarischen Klub übergeben haben, dessen Vizepräsident Robert Faesi war, der Wedekind zu dieser Lesung eingeladen hatte [vgl. Wedekind an Robert Faesi, 25.10.1917].. Die Sammlung scheint mir ein gewaltiges Spiegelbild | unserer furchtbaren Zeit zu sein. Welchem Gedicht ich den Vorzug geben sollte wüßte ich nicht zu sagen. An Formschönheit stehen wohl alle in gleicher Vollendung dar.

Sollten wir uns vor meiner AbreiseWedekind, der seit einigen Wochen im Zuge einer Vortrags- und Gastspielreise in der Schweiz in Zürich war, reiste am 8.12.1917 zurück nach München: „Abfahrt von Zürich.“ [Tb] nicht mehr sehen, so erlauben Sie mir Ihnen für die anregenden Stunden, die ich in Ihrer Gesellschaft verbringen durfte, herzlich zu danken.

Mit der Bitte, mich Ihrer Frau Gemahlin ergebenst zu empfehlen und hochachtungsvollem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.


[Kuvert:]


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Herrn
Dr. Robert Faesi
Zollikon
Rebgüetli

Einzelstellenkommentare