Briefwechsel

Krell, Max und Wedekind, Frank

9 Dokumente

18. April 1916 (Dienstag)
von Krell, Max
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Max Krell vom 19.4.1916 aus Berlin:]


Mit bestem Dank für Ihre freundlichen Zeilen [...]

Einzelstellenkommentare

Berlin, 19. April 1916 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Krell, Max

EDEN-HOTEL
am Zoologischen Garten

Tel. Amt Nollendorf No 1227‒1251.
Telegr. Adr. Edenotel. Berlin.

BERLIN W.
KURFÜRSTENDAMM 246/47

19.4.16.


Sehr geehrter Herr Max KrellWedekind hatte Max Krell, Schriftsteller in München (Mauerkircherstraße 4) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil I, S. 374], zuletzt am 21.3.1916 gesehen, bei einem Besuch bei Lida von Wedell: „Zum Thee bei Baronin Wedel [...] Krell“ [Tb].!

Mit bestem Dank für Ihre freundlichen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Krell an Wedekind, 18.4.1916. übersende ich Ihnen inliegend den unterzeichneten Aufrufnicht ermittelt; dem Brief liegt die genannte Anlage nicht mehr bei.. Wenn es sich machen ließe wäre ich gerne bereit zu H. v. H. gunstenZusammenhang nicht ermittelt; es könnte sich um eine Aktion für die Münchner Hoftheaterschauspielerin Hertha von Hagen [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 499] gehandelt haben, die Gattin (Emilie von Rummel) des Münchner Hoftheaterschauspielers Gustav Waldau (Gustav Theodor von Rummel), die beide zu Wedekinds Bekanntenkreis zählten. am Hoftheater in einer VorstellungWährend Wedekinds letztem Gastspiel an den Münchner Kammerspielen – der Wedekind-Zyklus vom 12.2.1916 bis 11.3.1916 – war zum Auftakt am 12.2.1916 der „Marquis von Keith“ aufgeführt worden [vgl. Tb]. Die im vorliegenden Brief erwogene Vorstellung am Münchner Hoftheater kam nicht zustande. von Marquis von Keith zu spielen. In einigen acht TagenWedekind reiste am 24.4.1916 von Berlin nach München zurück [vgl. Tb]. hoffe ich in München zurückzusein. | Vielleicht haben Sie die Güte mir dann mitzutheilen wie Sie über die Sache denken.

Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 22. Dezember 1916 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Krell, Max

München 22. Dezember 1916.


Sehr verehrter Herr Krell!

Wollen Sie erlauben, Ihnen beiliegende beiden Zuschriftennicht ermittelt; dem Brief liegen die beiden erwähnten Schreiben nicht mehr bei, die offenbar den Fall Hugo Hayn (siehe unten) betrafen. Kurt Martens dürfte sie Wedekind, den er häufig sah, übergeben haben. Wedekind hat im Tagebuch die letzten beiden Treffen mit ihm am 19.12.1916 im Café Luitpold („C.L. Mit Martens und Friedenthal“) und am 20.12.1916 wiederum im Café Luitpold („C.L. Meyrink Friedenthal Wil Vesper Martens“) notiert. zu übersenden. Herr Dr. Kurt MartensWedekinds langjähriger Freund Kurt Martens war seinerzeit als Privatgelehrter in München (Habsburgerstraße 3) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil I, S. 448] verzeichnet. meinte, daß der SchutzverbandDen Vorstand des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller der Ortsgruppe München (Geschäftsstelle: Theatinerstraße 31, 2. Stock) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil III, S. 176] bildete seinerzeit Kurt Martens (1. Vorsitzender), der Rechtsanwalt Karl Rudelsberger (Syndikus) und Max Krell (Sekretär); Walter Ziersch war ebenfalls im SDS der Ortsgruppe München aktiv [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 69, Nr. 166, 31.3.1916, Morgenblatt, S. 3] dem Herrn Hayn vielleicht mit hundert Mark helfenEs ging um Mittel aus der Kriegshilfekasse des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller der Ortsgruppe München, die dem Bibliographen Hugo Hayn (geboren am 2.1.1843 in Breslau) zugutekommen sollten, der bekannt war für sein bibliographisches Verzeichnis der gesamten deutschen erotischen Literatur „Bibliotheca Germanorum erotica“ (1885), das aktuell im Georg Müller Verlag in München verlegt war [vgl. Berliner Tageblatt, Jg. 42, Nr. 381, 30.7.1913, Morgen-Ausgabe, 2. Beiblatt, Literarische Rundschau, S. (1)]. Die näheren Zusammenhänge sind nicht ermittelt. könnte und forderte mich auf die Zuschriften an Sie zu senden. Es liegt mir natürlich fern Ihrer werten Entscheidung und der des Herrn Dr. ZierschDr. jur. Walter Ziersch, Privatgelehrter und Schriftsteller in München (Grillparzerstraße 49) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil I, S. 838]. durch Nennung dieser Summe vorgreifen | zu wollen. Das richtige wäre meinem Gefühl nach wenn die reiche Vaterstadt des Bedrängten, Breslau, etwas für ihn tun könnte. Sollte in Breslau eine ZweigstelleEine Ortsgruppe Breslau des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller ist für 1916/17 noch nicht nachgewiesen. des Schutzverbandes sein, so müßte die wohl auf den Fall aufmerksam gemacht werden.

Indem ich Sie der Behelligung wegen um Entschuldigung bitte, ersuche ich Sie, den Ausdruck vorzüglichster Hochschätzung entgegen nehmen zu wollen.

Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 21. April 1917 (Samstag)
von Krell, Max
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Postkarte an Max Krell vom 22.4.1917 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichsten Dank für die liebenswürdige Übersendung der Antipanteutonischen Broschüre [...]

Einzelstellenkommentare

München, 22. April 1917 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Krell, Max

Königreich Bayern

Postkarte


Herrn Max Krell
Schriftsteller
München
MauerkircherstraßeMax Krell war in München als Schriftsteller in der Mauerkircherstraße 4 (1. Stock) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil I, S. 374] wohnend gemeldet. |


Sehr geehrter Herr Krell!

Empfangen Sie verbindlichsten Dank für die liebenswürdige ÜbersendungHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur übersandten Broschüre; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Krell an Wedekind, 21.4.1917. ‒ Max Krell hat Wedekind die von ihm herausgegebene Broschüre „Der deutsche Soldat vom Germanen bis zum Feldgrauen (98 v. Chr.‒1914)“ geschickt, die bereits 1915 im Verlag Erich Reiß in Berlin erschienen ist [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 82, Nr. 102, 5.5.1915, S. 2742] und noch im selben Jahr in dritter Auflage vorlag [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 82, Nr. 193, 21.8.1915, Umschlag]. der Antipanteutonischen Broschüre, die ich eben mit großem Genuß zu lesen im Begriff bin.

Mit schönstem Gruß
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 18. Dezember 1917 (Dienstag)
von Krell, Max
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Max Krell vom 19.12.1917 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen.

Einzelstellenkommentare

München, 19. Dezember 1917 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Krell, Max

München 19.12.17.


Sehr geehrter Herr Krell!

Empfangen Sie verbindlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Krell an Wedekind, 18.12.1917.. Mit Ihrem Vorschlag bin ich sehr einverstanden. Ich glaube ich könnte Ihnen verschiedene Dinge für den geplanten SonderdruckEin Publikation Wedekinds im Verlag von Hugo Bruckmann in München (Barerstraße 40) [vgl. Adreßbuch für München 1918, Teil I, S. 84] wurde nicht realisiert. zur Auswahl vorlegen. Augenblicklich bin ich nur leider durch die Krankheit meiner FrauTilly Wedekind hatte am 30.11.1917 einen Selbstmordversuch verübt, von dem sie sich langsam erholte. derart in Anspruch genommen daß ich/es/ mir schwer wird, mich auf | irgend etwas anderes zu konzentrieren.

Wollen Sie in diesem Sinne bitte auch Herrn BruckmannWedekind hatte am 19.4.1917 über ein Gespräch mit Max Krell im Café Luitpold notiert: „C.L. mit Max Krell der mir erzählt daß er bei Hugo Bruckmann eingetreten.“ [Tb] Max Krell war für die Münchner Verlagsbuchhandlung Hugo Bruckmann tätig (nicht zu verwechseln mit der großen Münchner Kunst- und Buchverlagsanstalt F. Bruckmann A.-G.). benachrichtigen und ihm meine beste Empfehlung ausrichten.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 25. Januar 1918 (Freitag)
von Krell, Max
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Max Krell vom 26.1.1918 aus München:]


Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen.

Einzelstellenkommentare

München, 26. Januar 1918 (Samstag)
von Wedekind, Frank
an Krell, Max

München 26.1.18.


Sehr geehrter Herr KrellMax Krell, Schriftsteller in München (Mauerkircherstraße 4) [vgl. Adreßbuch für München 1918, Teil I, S. 387], war Sekretär der Ortsgruppe München des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller (siehe unten).!

Empfangen Sie verbindlichen Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Max Krell an Wedekind, 25.1.1918.. In der Beilagenicht überliefert. Da Wedekind außer dem Text auch Noten beilegte, dürfte es sich um ein Gedicht aus dem Konvolut „Lieder zur Laute“ gehandelt haben, das Ende 1917 bis Anfang 1918 entstanden ist [vgl. KSA 1/III, S. 352-358]. Die Publikation des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller, Ortsgruppe München, für die Wedekinds Gedicht mit Noten vorgesehen war, ist nicht ermittelt (sie kam vermutlich nicht zustande). empfangen Sie ein Exemplar des Gedichtes. Für Ihren freundlichen Vorschlag, mir M. 500,‒ Honorar zahlen zu wollen danke ich Ihnen und den Herrn vom Vorstand1. Vorsitzender des Schutzverbandes deutscher Schriftsteller, Ortsgruppe München, war seinerzeit Kurt Martens, Sekretär Max Krell; Syndikus war der Rechtsanwalt Karl Rudelsberger [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil III, S. 176]. des Schutzverbandes | Deutscher Schriftsteller bestens und erkläre mich damit einverstanden. Ich erlaube mir noch die Musik beizulegen, nach der das letzte Gedicht von mir gesungenauf Wedekinds letztem Vortragsabend am 24.1.1918 um 16.30 Uhr in der Münchner Kleinkunstbühne Bonbonniere in der Reihe „Die Intimen Nachmittag“ unter dem Programmtitel „Lieder zur Laute“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 71, Nr. 42, 24.1.1916, General-Anzeiger, S. 2], in der Presse angekündigt: „Am nächsten der ‚Intimen Nachmittage‘ am Donnerstag 4½ Uhr in der Bonbonnière wird Frank Wedekind Lieder zur Laute singen.“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 71, Nr. 38, 22.1.1916, Morgen-Ausgabe, S. 2] Unter den Liedern, die Wedekind gesungen hat, waren „Ilse“, „Der Taler“ und „Der Tantenmörder“ [vgl. Richard Elchinger: Wedekinds Laute. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 71, Nr. 46, 26.1.1916, Morgen-Ausgabe, S. 2]. wurde. Vielleicht läßt sie sich als Seitenkopf über dem letzten Gedicht oder als Fußnote anbringen.

Mit hochachtungsvollen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind

Einzelstellenkommentare