Briefwechsel

Wedekind, Tilly und Mann, Mimi

2 Dokumente

Herrsching am Ammersee, 12. April 1917 (Donnerstag)
von Wedekind, Tilly und Wedekind, Frank
an Mann, Mimi

I. H. Frau
Mimi Mann

München

Leopoldstr. 56 oder 58 III
3. Stock..


Abs: Wedekind
derz. HerrschingDer einwöchige Urlaub in Herrsching am Ammersee dauerte Wedekinds Tagebuch zufolge vom 10.4.1917 („Mit Tilly und den Kindern nach Herrsching gefahren“) bis 16.4.1917 („Rückfahrt nach München“). Quartier war das Hotel-Café-Restaurant „Café am See“ (es bot Fremdenzimmer an). Seine Frau hatte ihm angekündigt: „Adresse draußen wäre: Café am See.“ [Tilly Wedekind an Frank Wedekind, 5.4.1917] a/A.
Café am See


Herrsching am Ammersee
mit Blick auf Kloster Andechs.


12.IV.17 Liebe Frau MannMimi (Maria) Mann (geb. Kanová), seit dem 27.8.1914 mit dem in München lebenden Schriftsteller Heinrich Mann (Leopoldstraße 59) [vgl. Adreßbuch für München 1917, Teil I, S. 446] verheiratet.,

herzlichste Grüße von hier; es ist herrlich, gesternder 11.4.1917, an dem Wedekind notierte: „Tillys Geburtstag. Fahrt nach Dissen“ [Tb] ‒ ein Ausflug nach Dießen am Ammersee, auf dem Landweg etwa 13,6 km von Herrsching entfernt. war ein wundervoller Tag! Die Idee mit Schliersee Heinrich und Mimi Mann verbrachten im Spätsommer 1914 mehrere Wochen in diesem oberbayrischen Ort am gleichnamigen See (Adresse: Westenhofen 100) und hielten sich im Sommer 1916 nochmals kürzer dort auf. Für 1917 ist kein Aufenthalt verbürgt. Heinrich Mann traf sich mit Wedekind zwar am 18.4.1917 in München, fuhr dann aber noch in dieser Woche nach Berlin (zu den Proben und der dortigen Premiere seines Stücks „Madame Legros“).gefällt Frank nicht schlecht, wenn Siegemeint ist nicht nur Mimi, sondern auch Heinrich Mann. Zeit hätten, könnten wir gleich Anfang nächster WocheWedekind war am Montag zurück in München; auch für den Dienstag gibt es ebenso wenig einen Hinweis auf einen Ausflug nach Schliersee wie für den Mittwoch, an dem er den Abend mit Heinrich Mann im Café Luitpold verbrachte, wie aus seinem Tagebuch vom 18.4.1917 hervorgeht. hinaus fahren u. uns dann entscheiden. Hoffentlich hat’s Zeit bis dahin.

Alles Schöne
Ihre Tilly Wedekind |


Ergebensten Gruß.
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Davos, 6. Juni 1917 (Mittwoch)
von Wedekind, Tilly und Wedekind, Frank
an Mann, Mimi

I. H. Frau
Mimi Mann

München

Leopoldstr. 59 III.


Abs: Wedekind
Zürich
Hotel Sonnenbergbis hier um 180 Grad gedreht über der Empfängeradresse geschrieben.


6.VI.17 Liebe Frau Mann, wie geht’s Ihnen, dem Gatten u. Baby? Wir spieltenFrank und Tilly Wedekind gaben am Künstlertheater (Direktion: Waldemar Wendland) in Zürich ein „Erdgeist“-Gastspiel (Premiere: 19.5.1917) unter der Regie von Olga Wohlbrück (Frank Wedekind als Dr. Schön, Tilly Wedekind als Lulu), mit dem sie auch auf Tournee waren – in Basel (23.5.1917) und Davos (6.6.1917). in Zürich, BaselWedekinds Tagebuch zufolge reisten er und seine Frau am 23.5.1917 nach Basel, wo sie abends spielten („Fahrt von Zürich nach Basel. [...] Erdgeistvorstellung im Stadttheater“) und am 24.5.1917 wieder abreisten („Abfahrt von Basel nach Zürich“). u. heute hierin Davos. Wedekinds Tagebuch zufolge reiste er mit seiner Frau am 5.6.1917 von Zürich ab nach Davos („Treffe Tilly um 3 Uhr am Bahnhof. Wundervolle Fahrt nach Davos. Hotel Kurhaus“), wo sie am 6.6.1917 einen Ausflug unternahmen und abends auf der Bühne standen („Spaziergang. Fahrt auf die Schatzalp. [...] Erdgeistvorstellung“); am 7.6.1917 reisten sie von Davos ab („Prachtvolle Rückfahrt nach Zürich“). Das Gastspiel dort hatte erst früher stattfinden sollen, wie Wedekind am 24.5.1917 festhielt („das Gastspiel Davos wird verschoben“).. Die Kinder sind auch bei uns. Es ist herrlich hier! Ich dachte noch oft an den netten Nachmittag bei Ihnennicht ermittelt; solche Besuche hat es aber öfters gegeben.. Viele schöne Grüße Ihre Tilly Wedekind


Ergebenste Grüße Ihr Frank Wedekind |


Davosersee

Einzelstellenkommentare