Sehr geehrtes FräuleinDie Porträt- und Genremalerin Käthe (Katja) Juncker, Tochter des Dresdner Malers Wilhelm Juncker, hatte bei ihrem Vater und bei Karl Gussow in Berlin studiert, ehe sie zur weiteren Ausbildung 1890 nach München und im Frühjahr 1892 nach Paris ging und sich noch im gleichen Jahr in Dresden niederließ. Seit 1888 war sie auf Ausstellungen vertreten, im Sommer 1891 zum Beispiel auf der Jahresausstellung im Glaspalast in München. Sie war befreundet mit den Malerinnen Rosa und Elisabeth Krüger, mit denen Wedekind beim Mittagstisch in der Münchner Pension Sußner verkehrte. Pfingsten 1891 unternahm er mit Käthe (Katja) Juncker und vermutlich Elisabeth Krüger eine 8-tägige Reise in die Berge [vgl. KSA 2, S. 1236].
Zu meinem großen Bedauern bin ich für die folgenden acht Tage derart mit Arbeit überhäuftmöglicherweise infolge der Korrektur von Donald Wedekinds Aufsatz „Schloss Lenzburg in Geschichte und Sage“ – erhalten frühestens am 13.4.1891 –, die rasch erfolgen sollte [vgl. Donald Wedekind an Frank Wedekind, 12.4.1891], sich aber sehr aufwendig gestaltete und der Mutter „dieser Tage“ [Frank Wedekind an Emilie Wedekind, 18.4.1891] angekündigt wurde. – 5 Wochen später erhielt Frank Wedekind die in Solothurn gedruckte Broschüre [vgl. Frank Wedekind an Armin Wedekind, 23.5.1891]., daß es
mir mit dem besten Willen unmöglich sein wird, Ihnen zu sitzenfür ein Porträt Frank Wedekinds in Öl; am 30.7.1891 lag von dem Bild ein Frontispiz vor, das seiner Kinderträgodie „Frühlings Erwachen“ – erschienen im Oktober 1891 bei Jean Groß in Zürich – vorangestellt wurde [vgl. KSA 2, S. 763f.].. Ich ersuche sieSchreibversehen, statt: Sie. daher, die UnbrechungSchreibversehen, statt: Unterbrechung. Ihrer Arbeit meinerseits gütigst zu entschuldigen. |
Gestatten Sie
mir noch die Versicherung meiner
vollkommensten Hochschätzung beizufügen
ganz ergebenst