Briefwechsel

Wedekind, Frank und Sortimentsbuchhändler, (Gruppe)

1 Korrespondenzstück

München, 30. Januar 1910 (Sonntag)
von Wedekind, Frank
an Sortimentsbuchhändler, (Gruppe)

Erklärung

An die Herrn Sortimentsbuchhändler.

München, Januar 1910Schreibdatum war wohl der 30.1.1910 (siehe die Datierungshinweise)..

Der Verlag Bruno CassirerDer als offener Brief konzipierte Briefentwurf steht im Zusammenhang mit dem Verlagsstreit mit Bruno Cassirer, mit dem Wedekind sich unter dem Stichwort „Contra Cassirer“ [vgl. KSA 5/III, S. 126-141; Vinçon 2014, S. 227-230] auseinandersetzte. hat bei Übernahme meiner Werke aus dem Verlag Albert Langen wie er selbst es schriftlich eingestehtvgl. Bruno Cassirer an Wedekind, 20.2.1909 die Unklugheit begangen einen viel zu hohen Kaufpreis zu bezahlen. Diese Thatsache wird auch vom Verlag Albert Langen anderer Seite nicht in Abrede gestellt. Um die begangene Unglück/g/heitSchreibversehen (unvollständig ausgeführte Korrektur), statt: Unklugheit. wieder gut zu machen beging der Verlag Bruno Cassirer die weiteSchreibversehen, statt: weitere. Unklugheit, den Sortimenterpreis der übernommenen Bücher zu erhöhen, obschon der Werth der Exemplare, deren Titel immer noch „Albert Langen“ als Verleger angiebt, dadurch ein geringerer geworden war. Da ich als Autor durch dieses Vorgehen in empfindlichster Weise geschädigt worden bin, glaube ich mich | dazu berechtigt, die Herrn Sortimentsbuchhändler aufzufordern, die meine Werke Bücher dem Verlag Bruno Cassirer in Zukunft nur zu den Bedingungen abzunehmen zu denen ebenso günstigen Bedingungen abzunehmen, wie sie vorher vom Verlag Albert Langen gewährt wurden, falls aber ein höherer Preis dafür gefordert wird, lieber gänzlich auf ihren Verkauf zu verzichten.

München, im Januar 1910

Frank Wedekind.

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