Sehr geehrter Herr Stockhausen!
empfangen Sie meinen besten Dank für Ihre
liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Otto Stockhausen an Wedekind, 24.2.1910. Otto Stockhausen in Darmstadt (Elisabethenstraße 20) war „Reichsbankbeamter“ [Adressbuch der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt 1910, Teil II, S. 230], Schriftsteller und Vorsitzender der Freien literarisch-künstlerischen Gesellschaft in Darmstadt [vgl. Adressbuch der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt 1910, Teil VII, S. 735]. Er dürfte Wedekind zu einer Lesung von „Musik“ eingeladen haben., ich sehe aber keinen großen künstlerischen Gewinn
darin, ein so rein nur auf Bühnenwirkung berechnetes Stück wie Musik
vorzulesen. Ich bekäme nachher nur schimpflicher Weise in der Presse zu hören,
daß meine Stücke eben nicht aufzuführen seien. Sollten Sie wieder auf die | Idee
einer Aufführung zurückkommen, dann ersuche ich Sie, sich wieder an meinen
FreundWedekind hat Karl Peppler, Regisseur und Schauspieler am Münchner Schauspielhaus [vgl. Neuer Theater-Almanach 1910, S. 553], in München oft getroffen, zuletzt am 30.1.1910 in der Torggelstube: „Torgst. mit Pepler“ [Tb]. Friedrich Carl Peppler wenden zu wollen.
Mit ergebenstem Gruß
Ihr
Frank Wedekind.
München Prinzregentenstraße 50
25.2.10.
[Kuvert:]
Herrn
Otto Stockhausen
Darmstadt.
ElisabethstrasseSchreibversehen, statt: Elisabethenstraße (siehe oben). 30.