Sehr geehrte Redaktionunsicher; es dürfte sich um eine Zeitungsredaktion in der Schweiz gehandelt haben, in Zürich oder – dem Briefinhalt zufolge wahrscheinlicher – in Basel, etwa die freisinnige Basler „National-Zeitung“ (Redaktion: Fritz Amstein), die als Adressat in Frage kommt.!
Wollen Sie mir gestatten, Sie von einem Rechtsstreit in
Kenntnis zu setzen der
Sie durch beiliegendes Schreibennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Zivilgericht Basel, 21.6.1909. Es dürfte sich bei der Beilage um eine Abschrift dieses verschollenen Schreibens gehandelt haben, das Wedekind am 21.6.1909 notierte: „Brief an Zivilgericht.“ [Tb] Er hat eine solche Abschrift auch einem weiteren Brief beigelegt [vgl. Wedekind an Victor Barnowsky, 21.6.1909]. von einem RechtsstreitDer Theaterdirektor Hans Edmund (siehe unten) hatte Wedekind am Zivilgericht in Basel (Bäumleingasse 3) [vgl. Adressbuch der Stadt Basel 1909, Teil II, S. 4] wegen Kontraktbruchs auf Zahlung einer Konventionalstrafe von 300 Franken verklagt [vgl. Wedekind an Victor Barnowsky, 21.6.1909]. in
Kenntnis zu setzen der von Herrn DirektorHans Edmund in Basel (Hammerstraße 53) [vgl. Adressbuch der Stadt Basel 1909, Teil I, S. 127] war seit dem 1.10.1905 Direktor des dortigen staatlich subventionierten Interimstheaters (Eigentümer: Alfred Bömly), außerdem Direktor des Sommertheaters in Bad Liebenstein (Sachsen-Meiningen) und der Monatsoperette in Hildburghausen und Meiningen [vgl. Neuer Theater-Almanach 1909, S. 260f.]; das Interimstheater in Basel war eigentlich das Bömly-Theater (Riehenstraße 61) [Adressbuch der Stadt Basel 1909, Teil II, S. 110]. Hans Edmund beim Civilgericht in
Basel anhängig gemacht wurde.
In vorzüglicher Hochschätzung
F.W.