Herrn
Philipp Reclam juniorInhaber des Verlags Philipp Reclam jun. in Leipzig (Kreuzstraße 7) waren Anton Philipp Reclam und sein Sohn Hans Heinrich Reclam, beide Buchhändler und Buchdruckereibesitzer in Leipzig (Wohnung: Inselstraße 22) [vgl. Leipziger Adreß-Buch für 1893, Teil I, S. 554; Leipziger Adreß-Buch für 1894, Teil I, S. 562].Leipzig.
Sehr
geehrter Herr,
durch meine
Beziehun
freundschaftlichen Beziehungen zu Frau Emma
Herwegh, der Wittwe des
Dichters,
gelangte ich zur KenntnißEmma Herwegh hatte Wedekind gebeten, für einen Neudruck ihrer seinerzeit bei Wilhelm Levisohn in Grünberg anonym veröffentlichten Broschüre „Zur Geschichte der deutschen demokratischen Legion aus Paris. Von einer Hochverräterin“ (1849), die allerdings ein mit ihren Namensiglen „E.H.“ gezeichnetes Vorwort enthält, einen Verleger zu suchen [vgl. Emma Herwegh an Wedekind, 15.6.1893] – in der Schweiz, was nicht gelang, so dass Wedekind es in Deutschland versuchte und beim Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig anfragte, außerdem bei dem Inhaber des Verlags J. H. W. Dietz in Stuttgart [vgl. Wedekind an Johann Heinrich Wilhelm Dietz, 17.8.1893]. Wie gut er die Broschüre kannte dokumentieren Notizen, die auf einem losen Blatt derselben Papiersorte wie der Briefentwurf überliefert sind, möglicherweise Stichworte für die zu schreibenden Briefe an die Verlage: „Dieses Buch nicht anonym. Vorrede E. H. ‒ 30 Jahre ‒ Alleinige Besitzerin. ‒ Vergriffen ‒ Vergriffen im Moment. Keine Bedingung erfüllt. Bruchsal.“ [Nb 67, Blatt 78v] einer kleinen
MonographiSchreibversehen, statt: Monographie., die sich, soweit
irgend mein Urtheil reicht, wie kaum ein anderes
geschichtliches DocumentEmma Herwegh nannte ihre Broschüre (siehe oben) „ein historisches Document“ [Emma Herwegh an Wedekind, 15.8.1893]. zur Herausgabe
in der
Universalbibliothekdie 1867 im Verlag Philipp Reclam jun. in Leipzig gegründete Reihe „Reclam’s Universal-Bibliothek“, die preiswerte broschierte Bände bot. eignen möchte. Ich bemerke im Voraus, daß ich
nicht
an einer derartige Möglichkeit gedacht haben würde die Möglichkeit dieser einer solchen Herausgabe nie in Betracht gezogen haben würde, wenn die Schrift irgendwelche Angriffe gegenüber heute noch