Briefwechsel

Wedekind, Frank und Feldhammer, Anna

2 Dokumente

München, 1. Juni 1904 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Feldhammer, Anna

Der genialen KünstlerinAnna Feldhammer in München (Wagmüllerstraße 19) [vgl. Adreßbuch von München für das Jahr 1904, Teil II, S. 754], seit Sommer 1902 (zuvor in Brünn) die „Heroine des Münchner Hoftheaters“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 56, Nr. 114, 10.3.1903, Vorabendblatt, S. 3], war Mitglied des Königlichen Hofschauspiels in München [vgl. Neuer Theater-Almanach 1904, S. 438]. Anna Feldhammer mit der ergebenen Bitte um ein freundliches GedenkenAnna Feldhammer war im Begriff, München demnächst zu verlassen, um ein Engagement am Schillertheater in Berlin anzutreten [vgl. Neuer Theater-Almanach 1905, S. 289]. Wedekind notierte am 20.8.1904: „Anna Feldhammers Abschied.“ [Tb] an ihren Münchener Freund Frank Wedekind. München im Juni 1904


[Hinweis zum Zitat bei Peter Bichsel FINE BOOKS (Zürich); https://www.finebooks.ch (zuletzt abgerufen 25.7.2020):]


Wedekind, Frank. Hidalla oder Sein und Haben. Schauspiel in fünf Akten. [...] München, J. Marchlewski, o. J. (1904).

Erste AusgabeExemplare der Erstausgabe von „Hidalla oder Sein und Haben“ (1904) im Verlag von Dr. J. Marchlewski & Co. in München lagen Wedekind vor, bevor ihr Erscheinen einige Tage später angezeigt war [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 71, Nr. 132, 10.6.1904, S. 5042].. Mit eigenh. Widmung des Verfassers [...]

Einzelstellenkommentare

Charlottenburg, 20. Oktober 1905 (Freitag)
von Feldhammer, Anna
an Wedekind, Frank

Mein lieb Wedekindchen!

Sind Sie lieb und nett und reichen Sie für MontagAm Montag, den 23.10.1905, fand die 24. Aufführung von Wedekinds Schauspiel „Hidalla“ am Kleinen Theater in Berlin statt (Premiere: 26.9.1905) mit ihm in der Rolle des Karl Hetmann. Wahrscheinlich erbat Anna Feldhammer für diese Vorstellung Freikarten, da sie sich zugleich beklagte, Wedekind, der bereits seit sechs Wochen in Berlin war, habe sich noch nicht bei ihr gemeldet und dies die erste Vorstellung von Wedekinds Stück an einem Montag war (weitere Vorstellungen von „Hidalla“ an einem Montag fielen auf den 30.10.1905 und 6.11.1905, am 18.12.1905 folgte die Premiere des „Marquis von Keith“). 2 Sitze für mich ein und lassen Sie es mich wissen. Gelt Sie sind nicht böse ob/da/ß ich Sie belä|stige. Ich nehme an Sie bekommen wenn möglich bessere Plätze als ich. Warum haben Sie sich noch bei mir nicht sehen lassen? Sie haben es | mir doch versprochenWedekind kannte die Schauspielerin Anna Feldhammer aus der Zeit ihres Engagements am Königlichen Hof- und Nationaltheater München, das 1904 endete; am 20.8.1904 notierte er: „Anna Feldhammers Abschied.“ [Tb] Die Schauspielerin wechselte ans Schiller-Theater in Berlin [vgl. Neuer Theater-Almanach 1905, S. 289], war aber im Sommer 1905 erneut in München, wo es zu mehreren Treffen mit Wedekind in größerer Runde kam [vgl. Tb 26. und 28.6.1905 sowie 9. und 14.8.1905]. Bei einem dieser Zusammentreffen dürfte Wedekind, das Versprechen gegeben haben, sich nach seiner Übersiedlung nach Berlin im September bei ihr zu melden. . Wenn Sie in der nächsten Woche Zeit haben, kommen Sie doch mal raus, ich würde mich sehr freuen. Schreiben Sie | einen Tag vorher einige Zeilen, damit ich auch zu hause bin und Sie nicht verfehle. Bis dahin Seien Sie herzlichst gegrüßt von Ihrer Anna Feldhammer.


Kantstraße 81Anna Feldhammers Charlottenburger Adresse seit ihrer Übersiedlung nach Berlin [vgl. Adreßbuch für Berlin 1905, Teil I, S. 444 und Neuer Theater Almanach 1905, S. 289], die sie 1906 nach ihrem Umzug in die Suarezstraße 24/25 ihrem Bruder Jakob Feldhammer, der ein Engagement am Deutschen Theater antrat, überließ [vgl. Neuer Theater-Almanach 1907, S. 287]..

Einzelstellenkommentare