Briefwechsel

Wedekind, Frank und Kampffmeyer, Georg

3 Dokumente

Lenzburg, 20. August 1884 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Kampffmeyer, Georg

[Hinweis in Georg Kampffmeyers Brief an Frank Wedekind vom 19.9.1884 aus Lausanne:]


[...] Ihre freundlichen Zeilen [...] mit denen Sie die Sendung des Eichhorn begleiteten.

Einzelstellenkommentare

Lausanne, 19. September 1884 (Freitag)
von Kampffmeyer, Georg
an Wedekind, Frank

Postkarte.
Carte postale. – Cartolina postale.


Herrn stud. phil.
Franklin Wedekind
Schloß Lenzburg
canton d’Argovie(frz.) Kanton Aargau. |


Lausanne, 19. Sept. 84.


Lieber Herr Wedekind!

Verzeihen Sie, daß ich so spät u. so kurz auf Ihre freundl. Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Frank Wedekind an Georg Kampffmeyer, 20.8.1884. antworte, mit denen Sie die Sendung des Eichhorneine (ein- oder mehrbändige) Publikation vermutlich des Orientalisten, Theologen und Historikers Johann Gottfried Eichhorn. begleiteten. Ich will Ihnen in dieser Karte nur herzlich danken eben für jene Sendung und dann Ihnen sagen, daß ich mein Mögliches thun will um Ihnen eine Exmatrikel(lat.) Bescheinigung über das Verlassen der Hochschule. Frank Wedekind hatte nach erfolgreicher Matura (10.4.1884) im Sommersemester 1884 an der Académie de Lausanne Literatur der neueren Sprachen studieren dürfen [vgl. Vinçon 2021, Bd. 2, S. 27] und war, nach einer kleinen Urlaubsreise [vgl. Frank Wedekind an Friedrich Wilhelm Wedekind, 16.8.1884] am oder kurz vor dem 20.8.1884 nach Lenzburg zurückgekehrt [vgl. Oskar Schibler an Frank Wedekind, 20.8.1884]. zu verschaffen; ich habe auch noch keineGeorg Kampffmeyer verließ die Académie de Lausanne am 7.10.1884, um sein Studium der Theologie in Florenz fortzusetzen [vgl. Georg Kampffmeyer an Wedekind, 6.10.1884]. u. denke die beiden Sachen nächstens zu erledigen, wenn ich Herrn Dandiran eine quasi-Abschiedsvisite mache, die ich ihm auf jeden Fall schuldeDer Theologiestudent Georg Kampffmeyer dürfte bei dem Professor für Historische Theologie und Symbolik Eugène Dandiran, der von 1883 bis 1885 auch Rektor der Académie de Lausanne war, Vorlesungen gehört haben.. Sie gehen doch ja wohl nicht vor Mitte Oktober nach DeutschlandWedekind studierte ab dem Wintersemester 1884/85 an der Universität München – auf Wunsch des Vaters – Jura. Der Vorlesungsbetrieb begann am 2.11.1884 [vgl. Vinçon 2021, Bd. 2, S. 54].? Und in den Tagen der nächsten Wochen denke ich bei Herrn Dandiran vorzusprechen. Ihre Exmatrikel werde ich mirmit einem Tintenbalken fast unkenntlich durchgestrichen. dann +++mit einem Tintenbalken unkenntlich durchgestrichen. mit einigen ausführlichern Zeilenvgl. Georg Kampffmeyer an Wedekind, 6.10.1884. zumit einem Tintenbalken fast unkenntlich durchgestrichen. begleiten.

Mit besten Grüßen bis dahin
Ihr
Georg Kampffmeyer

Einzelstellenkommentare

Lausanne, 6. Oktober 1884 (Montag)
von Kampffmeyer, Georg
an Wedekind, Frank

Lausanne, 6. Oct. 1884

Lieber Herr Wedekind!

Anbei übersende ich Ihnen Ihre Papieredie Nachweise über das Studium an der Académie de Lausanne im Sommersemester 1884 (Immatrikulation, Exmatrikulation). Der Theologiestudent Georg Kampffmeyer hatte in seinem Brief an Wedekind vom 19.9.1884 die Übersendung der Papiere angekündigt., d. h. Ihre Immatrikulations-Karte, Ihre Bezahlungs-Quittung u. Ihre Exmatrikel. In letzererSchreibversehen, statt: letzterer. werden Sie sehen, daß nichts über das Betragen vermerkt ist: was Sie nicht überraschen muß, auf meiner Exmatrikel steht auch nichts davon. Der RectorEugène Dandiran, Professor der Theologie und Philosophie an der Académie de Lausanne, übte von 1883 bis 1885 das Amt des Rektors aus [vgl. Marc Kiener sous la direction d’Olivier Robert: Dictionnaire des professeurs de l’Académie de Lausanne (1537-1890). Université de Lausanne 2005, S. 605]. fertigte mir die beiden Exmatrikeln(lat.) Bescheinigungen über das Verlassen der Hochschule; gemeint waren die Exmatrikeln für Wedekind und Georg Kampffmeyer. an, setzte seinen Namen darunter u. bat mich, hernach beim SekretärSekretär der Akademie war J. Bonzon der in der Avenue Davel, 3 in Lausanne wohnte [vgl. Académie de Lausanne. Programme des Cours semestre d’été 1884, S. (2)]. vorzusprechen u. auch denselben um seine Unterschrift zu bitten. Erst bei letzterem merkte ich leider, daß nichts | über das Betragen bemerkt war; als ich dies dem Sekretär sagte, erwiderte er, daß man das im allgemeinen nicht thäte, nur auf ausdrücklichen Wunsch; daß übrigenSchreibversehen, statt: übringens. in DeutschlandWedekind studierte ab dem Wintersemester 1884/85 an der Universität in München Jura. nicht darauf gesehen werde. – Hätte ich nicht so sehr viel dieser Tage zu thun gehabt, so wäre ich noch einmal zum Rektor gegangen u. hätte ihn gebeten einige Zeilen im angedeuteten Sinne hinzuzusetzen; denn nur der Rektor kann es, da er die ganze ExMatrikel geschrieben hat. So nehme ich mir die Freiheit Ihnen das Papier so zu über|senden: liegt Ihnen daran etwas über das Betragen noch beigefügt zu sehen, so haben Sie ja dann noch Zeit die Sache einfach dem Rektor ins Haus zu senden. Er wohntEugène Dandirans Adresse in Lausanne war Villas-Mercier, 5 [vgl. Académie de Lausanne. Programme des Cours semestre d’été 1884, S. (2)].: – da will ich in meinem ProgrammAcadémie de Lausanne. Programme des Cours pour le semestre d’été 1884. nachsehen u. es fällt mir ein, dasSchreibversehen, statt: daß. dies schon in meiner großen Kiste auf dem Wege nach Florenz ist, wohin ich morgen nachzufolgen gedenke. Schreiben Sie also dann, wenn Sie nicht die Adresse des Rektors wissen, an seine Adresse nach der Akademie; ich glaub/b/e er kommt fast alle Tage, auch jetzt in den FerienDie Semesterferien an der Académie de Lausanne dauerten vom 28.7.1884 bis zum 13.10.1884., | auf den Olymphöchster Berg Griechenlands; (griech. Mythologie) der Wohnort der Götter; im übertragenen Sinn: Ort der Wissenschaft und Erkenntnis (Universität). hinauf. –

Verzeihen Sie die schlechte Schrift, es geht alles in Windeseile. Die Vorlesungen sollen in Florenz schon lange begonnen haben und ich bin noch hier! Ich habe keine Stelle in Florenz, gehe aber doch hin. Ich freue mich sehr darauf, habe mir auch schon ein Pince-nez(frz.) Kneifer; Lesebrille. gekauft für Raphaël u. MichelAngedie florentinischen Kunstwerke der großen Renaissancemaler Michelangelo und Raffael..

Grüßen Sie Deutschland, mein geliebtes u. teures Vaterlands/d/Georg Kampffmeyer war Berliner.. Ich wünsche Ihnen alles Gute u. rechte Burschenherrlichkeit und Freude für LeipzigWedekind nahm sein Jurastudium nicht in Leipzig, sondern in München auf..

Mit frdl. Gruß
Ihr
Georg Kampffmeyer
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