Briefwechsel

Wedekind, Frank und Schweninger, Ernst

5 Dokumente

München, 6. April 1911 (Donnerstag)
von Schweninger, Ernst
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ernst Schweninger vom 7.4.1911 aus München:]


[...] Ihre freundliche Bereitwilligkeit [...] Ihren liebenswürdigen Vorschlag [...]

Einzelstellenkommentare

München, 7. April 1911 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Schweninger, Ernst

Hochverehrter Herr GeheimratProf. Dr. med. Ernst Schweninger, Geheimer Medizinalrat, ehemaliger Leibarzt Otto von Bismarcks, der lange als Dermatologe in Berlin wirkte und mit Maximilian Harden befreundet war, lebte inzwischen in München (Mendelssohnstraße 5) [vgl. Adreßbuch für München 1911, Teil I, S. 578]. Bei einem „Hardenvortrag“ in München am 18.12.1908 hat Wedekind die „Bekanntschaft mit Schweninger und Frau“ [Tb] gemacht.!

Wollen Sie aufrichtigen herzlichen Dank für Ihre freundliche BereitwilligkeitHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Ernst Schweninger an Wedekind, 6.4.1911., sich an unserem WerkeWedekind plante zu Maximilian Hardens 50. Geburtstag am 20.10.1911 in Absprache mit dessen Lebensgefährtin Selma Isaac im Erich Reiß Verlag in Berlin, der die Bücher Maximilian Hardens verlegte, ein Gedenkbuch mit Würdigungen des Publizisten – ein nicht realisiertes Projekt. zu beteiligen entgegennehmen. Ihren liebenswürdigen Vorschlag, Herrn Professor BertuchProf. Dr. phil. August Bertuch, Literarhistoriker, Schriftsteller in Frankfurt am Main (Mylius-Straße 38) [vgl. Adreßbuch für Frankfurt am Main 1911, Teil I, S. 34], seinerzeit bekannt als Übersetzer von Frédéric Mistrals provenzalischer Dichtung „Mirèio“ und von Maximilian Harden sehr geschätzt (er ist in der „Zukunft“ mehrfach gewürdigt). zur Mitwirkunck/g/ einzuladen, erlaube ich mir, Herrn Erich Reiß zu übermitteln. Ich selber bin durch | Ihren Vorschlag aufs Höchste erfreut und zweifle nicht, daß auch Frau HardenSelma Isaac war die Lebensgefährtin Maximilian Hardens. damit einverstanden ist. Als Erscheinungstermin hatte ich mir den Beginn der nächsten Saison gedacht. Wenn sich die Beiträge in den nächsten zwei Monaten zusammenfinden könnten, würde ich das für sehr dienlich halten. Auf jeden Fall, verehrter Herr Geheimrat, empfinde ich es als große Ehre und Auszeichnung, an diesem Werke mit Ihnen gemeinsam arbeiten zu können. |

Wollen Sie den Ausdruck allergrößter Hochschätzung entgegennehmen
von Ihrem ergebenen
Frank Wedekind.


7.4.11.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 31. März 1914 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Schweninger, Ernst

ERICH REISS VERLAG
BERLIN W. 62.
WICHMANNSTR. 8a


Hochgeehrter Herr GeheimratProf. Dr. med. Ernst Schweninger, Geheimer Medizinalrat, ehemaliger Leibarzt Otto von Bismarcks, der lange als Dermatologe in Berlin wirkte und mit Maximilian Harden befreundet war, lebte seit einigen Jahren in München (Mendelssohnstraße 5) [vgl. Adreßbuch für München 1914, Teil I, S. 646].,

wollen Sie mir erlauben, ein Erfordernis unserer Zeit zu nennen. Maximilian Harden erlebte vor drei JahrenWedekind hatte bereits zu Maximilian Hardens 50. Geburtstag am 20.10.1911 im Erich Reiß Verlag (Berlin) ein Gedenkbuch mit Würdigungen des Publizisten geplant [vgl. Wedekind an Ernst Schweninger, 7.4.1911; Wedekind an Erich Reiß Verlag, 21.9.1911] – ein nicht realisiertes Projekt., ohne dass etwas davon verlautete, sein fünfzigstes Jahr. Soll der grösste, verdienstvollste Kämpfer im Vergleich zu hundert namhaften Männern keiner Verehrung würdig sein oder scheinen? Ihm tut es keinen Eintrag, unsere Kinder denken seiner mit Stolz, aber dem Lebenden wurde ein Gut entzogen, ein Besitz unterschlagen und totgeschwiegen.

Ich beabsichtige im Verlage Erich ReissIm Erich Reiß Verlag in Berlin (Wichmannstraße 81), Inhaber: Erich Reiß [vgl. Berliner Adreßbuch 1914, Teil I, S. 2544], erschienen Maximilian Hardens Bücher. ein Maximilian Harden-GedenkbuchEntwürfe Wedekinds zu einem solchen von ihm im Erich Reiß Verlag herausgegebenen Gedenkbuch sind unter dem Stichwort „Hardenbuch“ oder „Harden Buch“ erhalten [vgl. KSA 5/III, S. 565]. herauszugebenMaximilian Hardens Lebensgefährtin Selma Isaac hatte Fritz Mauthner bereits am 13.2.1914 die geplante Herausgabe einer Festschrift für den Publizisten durch Wedekind angekündigt, eine Broschüre im Erich Reiß Verlag, in der „eine Reihe Großer unserer Nation zur Würdigung des Wirkens von Harden“ Beiträge schreiben sollten: „Wedekind wird der Leiter oder literarische Herausgeber des Bändchens sein, mit dessen Erscheinen M.H. natürlich überrascht wird.“ [Leo Baeck Institute (New York), Fritz Mauthner Collection, Box 2]. Wollen Sie, hochverehrter Herr Geheimrat, Ihrer aufrichtigen Ueberzeugung über Maximilian Harden als Mensch und Schriftsteller in dem Buch einen ausführlichen Beitrag widmen? Dann versichere ich Sie meines Dankes für die Zeit, die ich noch mit Ihnen erlebe.

Wollen Sie, hochgeehrter Herr Geheimrat, den Ausdruck grösster Hochschätzung entgegennehmen von
Ihrem ergebenen
Frank Wedekind.


München, Prinzregentenstr. 50.

April 1914Mit der Angabe von Monat und Jahr ist nicht das Schreibdatum angegeben und mit München auch nicht der Schreibort. Wedekind unterschrieb diesen und weitere Briefe mit Briefkopf des Erich Reiß Verlags am 31.3.1914 in Berlin: „Ich unterschreibe die Hardenbriefe.“ [Tb] Am Abend reiste er von Berlin ab und traf morgens am 1.4.1914 in München ein [vgl. Tb]. Antworten auf seine Anfrage erwartete er an seine im Brief angegebene Münchner Adresse..

Einzelstellenkommentare

München, 12. Juni 1914 (Freitag)
von Schweninger, Ernst
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Ernst Schweninger vom 15.6.1914 aus Berlin:]


Für den [...] Beitrag zu unserem Harden-Buch [...] beehre ich mich, Ihnen [...] Dank zu sagen.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 15. Juni 1914 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Schweninger, Ernst

ELITE-HOTEL
BERLIN N.W.

AM BAHNHOF FRIEDRICHSTR.


15.6.14.


Hochverehrter Herr Geheimrat!

Für den geschlossenen dafür aber um so gehaltvolleren BeitragHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zum übersandten Beitrag; erschlossenes Korrespondenzstück: Ernst Schweninger an Wedekind, 12.6.1914. Wedekind hatte um „einen ausführlichen Beitrag“ [Wedekind an Ernst Schweninger, 31.3.1914] gebeten. zu unserem Harden-BuchWedekind plante zu Maximilian Hardens 53. Geburtstag (20.10.1914) in dessen Verlag, dem Erich Reiß Verlag in Berlin, ein Gedenkbuch für den Berliner Publizisten herauszugeben, für das er im Frühjahr 1914 Entwürfe angefertigt [vgl. KSA 5/III, S. 565] und mögliche Beiträger eingeladen hat [vgl. Wedekind an Fritz Mauthner, 31.3.1914; Wedekind an Ernst Schweninger, 31.3.1914] oder einzuladen im Begriff war [vgl. Wedekind an Georg Brandes, 10.6.1914]. Der Plan wurde nicht realisiert, obwohl bereits Beiträge vorlagen – so der mit dem vorliegenden Brief belegte Beitrag von Ernst Schweninger, der nicht überliefert ist., der wol beanspruchen darf ein historisches Dokument von höchster Bedeutung zu sein, beehre ich mich, Ihnen herzlichen tiefempfundenen Dank zu sagen. Ich erlaube mir, Ihren Aufsatz sofort an den Verleger Herrn Dr Erich Reiß zu übermittelnHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zum weitergeleiteten Beitrag für das geplante Gedenkbuch für Maximilian Harden (siehe oben); erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Erich Reiß, 15.6.1914..

In größter Verehrung
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare