Briefwechsel

Wedekind, Frank und Vesper, Will

11 Dokumente

München, 30. Juni 1909 (Mittwoch)
von Vesper, Will
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Will Vesper vom 7.7.1909 aus München:]


Verzeihen Sie mir bitte daß es mir erst heute möglich ist, Ihnen zu antworten.

Einzelstellenkommentare

München, 7. Juli 1909 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

Sehr verehrter Herr VesperWill Vesper, Germanist, Schriftsteller und Kritiker in Schwabing [vgl. Kürschers Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1910, Teil II, Sp. 1731], der in diesem Stadtteil von München (Keferstraße 2) [vgl. Adreßbuch für München 1910, Teil I, S. 628] seinerzeit wohnte.!

Verzeihen Sie mir bitte daß es mir erst heute möglich ist, Ihnen zu antwortenHinweis auf eine nicht überlieferte Anfrage; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 30.6.1909. Ich hatte in den letzten Tagendie Tage seit dem 1.7.1909, dem Beginn des Wedekind-Zyklus am Münchner Schauspielhaus (1. bis 31.7.1909) [vgl. Tb]; Will Vesper hatte vermutlich in seiner Anfrage (siehe oben) um eine Freikarte gebeten. meine Competenzen schon überschrittenWedekind hatte das ihm zur Verfügung stehende Kontingent an Freikarten für Vorstellungen des Wedekind-Zyklus (siehe oben) überzogen; bis dahin hatte es bereits drei Vorstellungen von „So ist das Leben“ (die nächste Vorstellung stand am 8.7.1909 an) und zwei Vorstellungen des „Marquis von Keith“ gegeben; „Musik“, „Erdgeist“, „Hidalla“, „Die Zensur“ und „Der Kammersänger“ standen bis zum 31.7.1909 noch auf dem Programm [vgl. Tb].. Würden Sie sich mit inliegender KarteHinweis auf eine nicht überlieferte Mitteilung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Münchner Schauspielhaus, 7.7.1909. Dem Brief liegt die Karte (vermutlich eine Visitenkarte) nicht mehr bei, die Will Vesper an der Theaterkasse des Münchner Schauspielhauses vorzeigen sollte; sie dürfte den Hinweis enthalten haben, ihm eine Eintrittskarte auszuhändigen, ihm jedenfalls Einlass zu einer Vorstellung des Wedekind-Zyklus (siehe oben) zu gewähren. bitte an die Kasse bemühen.

Mit ergebensten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.


7.7.9.

Einzelstellenkommentare

Florenz, 13. Juli 1914 (Montag)
von Vesper, Will
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Will Vesper vom 4.12.1914 aus München:]


[...] um Ihnen [...] für die freundlichen Grüße [...] zu danken.

Einzelstellenkommentare

Ebenhausen, 25. November 1914 (Mittwoch)
von Vesper, Will
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Will Vesper vom 4.12.1914 aus München:]


Ihre schönen Gedichte „Vom großen Krieg“ lese [...] ich schon seit acht Tagen.

Einzelstellenkommentare

München, 4. Dezember 1914 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

München, 4.12.14.

Prinzregentenstraße 50


Lieber verehrter Herr Will VesperWill Vesper war zwar als Schriftsteller in Hohenschäftlarn im Isartal verzeichnet [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1914, Teil II, Sp. 1843], hatte aber seit 1913 in Florenz gelebt (bezeugt durch seine Korrespondenz mit anderen Personen) und war nun zurück in Bayern; er wohnte zwischenzeitlich in Ebenhausen im Isartal (in unmittelbarer Nähe seines früheren Wohnortes Hohenschäftlarn gelegen, etwa 20 Kilometer von München entfernt), von wo aus er eine Unterkunft in München suchte, wie eine Annonce verrät: „Zimmer mit Pension gesucht unweit Englisch. Garten. Off. mit Preisang. an Will Vesper, Ebenhausen Isartal.“ [Münchner Neuester Nachrichten, Jg. 67, Nr. 551, 27.10.1914, General-Anzeiger, S. 6] Er dürfte inzwischen Offerten erhalten haben und wohnte dann jedenfalls in München zur Untermiete in der Germaniastraße 5 [vgl. Wedekind an Will Vesper, 7.12.1914], wohin Wedekind ihm geschrieben haben dürfte; erst später hatte er wieder eine eigene Wohnung in München (Leopoldstraße 62, 2. Stock) [vgl. Adreßbuch für München 1916, Teil I, S. 749], spätestens im Frühjahr 1915, wie einer Postkarte zu entnehmen ist [vgl. Wedekind an Will Vesper, 19.3.1915].!

Ihre schönen GedichteWill Vespers kriegsverherrlichender Lyrikband „Vom großen Krieg. 1914. Gedichte“ (die erste Folge mit 32 Seiten), vordatiert auf 1915 in der C. H. Beckschen Verlagsbuchhandlung (Oskar Beck) in München erschienen (dort war Will Vesper von 1906 bis 1913 als literarischer Beirat und Übersetzer tätig gewesen) und als Neuerscheinung angezeigt [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 81, Nr. 277, 30.11.1914, S. 8965]. Will Vesper war mit seiner Kriegslyrik sehr erfolgreich – er erhielt am 27.1.1915 (neben den Schriftstellern Richard Dehmel, Gerhart Hauptmann, Rudolf Presber, Cäsar Flaischlen, Ernst Lissauer, Paul Warncke, Richard Nordhausen, Gustav Falke, Ferdinand Avenarius, Walter Flex und Rudolf Alexander Schröder) von Wilhelm II. „aus Anlaß seines Geburtsfestes [...] den Roten-Adlerorden 4. Klasse mit der kgl. Krone verliehen“ [Der Krieg. Zum Geburtstag des Kaisers. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 50, 28.1.1915, Morgenblatt, S. 3].Vom großen Krieg“ lese und liebe ich schon seit acht Tagenseit dem 26.11.1914, genau gerechnet. Wedekind hatte Will Vespers Lyrikband „Vom großen Krieg. 1914. Gedichte“ (siehe oben) vorliegen, den er vom Autor aus Ebenhausen (siehe oben) mit einem Begleitschreiben erhalten haben dürfte, das nicht überliefert ist; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 25.11.1914.. Sie sind mir weitaus das höchsten was ich seit vier Monatenseit Kriegsbeginn am 1.8.1914. an Lyrik kennen gelernt. Stückedie Gedichte „Deutsches Gebet“ und „Deutsche Musik“ aus dem Lyrikband „Vom großen Krieg. 1914. Gedichte“ (siehe oben). Das martialische Kriegsgedicht „Deutsche Musik“ war mit entsprechendem Nachweis in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ nachgedruckt: „England führt Krieg / wider die deutsche Musik / und will von Haydnschen, Bachschen Chören, / und will von Beethovens Symphonien, / von Mozarts und Wagners Melodien / und all unsrer Meister Wunderwelt / keinen Ton mehr hören, / weil ein jeder ins Ohr ihm gellt: ‚Hört und seht / gegen welch ein Volk ihr steht / in schimpflichem Krieg!‘ // Da nun die göttlichen Meister schweigen, / wollen wir eine andre Musik, / auch deutschen Geistes, ihnen geigen. / Die sollen sie hören, ob sie wollen oder nicht, / bis ihnen das Trommelfell bricht! / Eine deutsche Musik! eine Teufelsmusik! / Kein Tirili und zart Gequick, / eine Musik, die ein jeder versteht, / die von Herzen und zu Herzen geht, / geschrieben mit blutigen roten / feuerflammenden Noten. / Deutsche Gewehre sollen die Flöten sein. / Deutsche Kanonen brummen den Baß darein. / Deutsche Schwerter sind die Geigenbogen, / breit über britische Nacken gezogen. / Unsere Kolben trommeln dumpf und hell / auf britischem Fell. // Als sie die Ouvertüre vernommen, / wurden die Hörer im Saal, / wurden Frankreich und Belgien fahl / und England erbebt. / Weh ihm! wenn sich der Vorhang hebt / und unsre Musikanten kommen / über den Kanal!“ [Will Vesper: Deutsche Musik. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 67, Nr. 592, 18.11.1914, Morgenblatt, S. 2] wie „Deutsches Gebet“ und „Deutsche Musik“ sind mir ans Herz gewachsen. Zwei Mal schon hatte ich Briefe an Sie begonnen, seit Ausbruch des Krieges, um Ihnen für die schönen Tage in FlorenzWedekind verbrachte die fünf Tage vom 27.6.1914 (Ankunft) bis 1.7.1914 (Abreise) in Florenz [vgl. Tb]. Er war an drei Abenden mit Will Vesper zusammen, der seinerzeit noch in Florenz lebte; am letzten Abend war er bei ihm eingeladen und alle drei Abende mit ihm in der Birreria Mucke (Via Lamberti 5), dem Lokal von Bruno Mucke, in dem es böhmisches und bayrisches Bier gab (Pilsener Urquell und Pschorr Bräu) ‒ so am 28.6.1914 („mit Will Vesper [...] bei Mucke“), am 29.6.1914 („Mit Will Vesper und Frau [...] bei Mucke“) und am 30.6.1914 („Am Abend bei Will Vesper [...] mit ihm und seinen beiden Frauen. Nachher mit ihm bei Mucke“), wie Wedekind im Tagebuch festhielt., für die freundlichen | Grüßenicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 13.7.1914. Es hat sich entweder sich um eine Bildpostkarte mit einem Doppelmotiv oder um zwei Bildpostkarten aus Florenz gehandelt, von denen eine Leda, die andere Venus als Motiv hatten. mit der Ledain der griechischen Mythologie von Zeus sexuell bedrängte Königstochter, „der sich ihr in Gestalt eines Schwans genähert hat“ [Brodersen/Zimmermann 2006, S. 331]; insofern erscheint sie als Bildmotiv in der europäischen Kulturgeschichte in der Regel zusammen mit einem Schwan. und der Venusin der römischen Mythologie Göttin der Liebe (Eros), Schönheit und Fruchtbarkeit, Pendant zur griechischen Liebesgöttin Aphrodite. zu danken. Aber da mich die Ereignisse hier zu einem gewissen Gradede lähmten, ließ ich die Briefe halbfertig liegen, mit dem Gedanken, was Sie wohl von solcher Undankbarkeit denken werden. Aber nun sind Sie hierWill Vesper dürfte Wedekind in dem nicht überlieferten Begleitschreiben zu seinem Gedichtband (siehe oben) mitgeteilt haben, dass er von Florenz zurück und nun wieder in München sei. und ich freue mich herzlich darauf Sie wiederzusehen. Wollen Sie mir die Freundlichkeit erweisen zu mir zu kommen, mit Ihrer verehrten Frau Gemahlin, wenn sie hier ist. Dürfen wirFrank und Tilly Wedekind. Sie und Ihre Frau GemahlinDie Grafikerin Käte Waentig war seit 1906 mit Will Vesper verheiratet; sie hat die Titelblätter und Buchumschläge einiger seiner Bücher illustriert. Wedekind hat sie im Sommer 1914 in Florenz persönlich kennengelernt (siehe oben). vielleicht | übermorgenWedekind war am 6.12.1914 (Sonntag) und die Tage darauf „krank“ [Tb]; am 4.12.1914 war die „Bauchmuskulatur entzündet“ [Tb], Bettruhe war angezeigt und er konnte keinen Besuch zum Essen empfangen., Sonntag um halb zweium 13.30 Uhr. zum Essen erwarten? PaßSchreibversehen, statt: Paßt (oder: Passt). es Ihnen, dann bitte ich um telephonischen BescheidWill Vesper hat Wedekind angerufen [vgl. Wedekind an Will Vesper, 7.12.1914]. No 20633.

Mit schönsten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 5. Dezember 1914 (Samstag)
von Vesper, Will
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Postkarte an Will Vesper vom 7.12.1914 aus München:]


[...] empfangen Sie herzlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilen.

Einzelstellenkommentare

München, 7. Dezember 1914 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

Königreich Bayern
Postkarte


Herrn
Will Vesper
München.
Germaniastr. 5Das Haus Germaniastraße 5 gehörte der Münchner Wohnungsbaugesellschaft G.m.b.H. [vgl. Adreßbuch für München 1915, Teil II, S. 214]. Will Vesper wohnte dort zur Untermiete, nachdem er aus Florenz zurück zunächst in Ebenhausen im Isartal gewohnt hatte [vgl. Wedekind an Will Vesper, 4.12.1914]. |


Lieber verehrter Herr Will Vesper,

empfangen Sie herzlichsten Dank für Ihre liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 5.12.1914.. Leider wurde ich grade als Sie telephoniertenWedekind hatte Will Vesper für Sonntag (6.12.1914) zum Essen eingeladen und um telefonische Zusage gebeten [vgl. Wedekind an Will Vesper, 4.12.1914]. Will Vesper dürfte am 5.12.1914 bei Wedekind angerufen haben, der krankheitsbedingt (siehe unten) nicht an das Telefon kommen konnte, und schrieb wohl gleich darauf einige Zeilen (siehe oben). genötigt, mich auf einige Tage zu BettBei Wedekind, der dann am 29.12.1914 operiert wurde, hatte sich am 4.12.1914 die „Bauchmuskulatur entzündet“ [Tb], sodass Bettruhe angezeigt war und der Arzt kam, wie er am 5.12.1914 notierte: „Bleibe zu Bett. Hofrat von Skanzoni kommt am Abend“ [Tb]. zu legen. Sobald ich wieder auf bin, erhalten Sie Nachricht von mir. Indessen mit schönsten Grüßen,
Ihr alter
Frank Wedekind

Einzelstellenkommentare

München, 19. März 1915 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

München 19.III.15.


Sehr verehrter Herr Will Vesper!

Erlauben Sie mir, Ihnen mitzuteilen, daß Dr. Martens Dr. Kutscher und Dr. Friedenthal uns auf übermorgenSchreibversehen, statt: morgen [vgl. Wedekinds Postkarte an Will Vesper, 19.3.1915]., SamstagWedekind notierte am 20.3.1915 (Samstag) das Treffen im Hoftheater-Restaurant, bei dem Kurt Martens offenbar nicht dabei war, aber neben Artur Kutscher und Joachim Friedenthal auch Will Vesper: „HTR mit Kutscher Friedenthal Vesper“ [Tb]. Abend 9 ½ Uhr21.30 Uhr. ins Hoftheater-Restaurant ver|abredet haben. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie auch kämen. Vielleicht lassen Sie mich telephonisch wissen, ob Sie uns die Freude machen.

Mit schönsten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 19. März 1915 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

Königreich Bayern
Postkarte


Herrn Will Vesper
München
Leopoldstrasse 62 |


Sehr verehrter Herr Vesper!

Ich glaube ich habe in meinem Briefvgl. Wedekind an Will Vesper, 19.3.1915. aus Versehen Übermorgen Samstag geschrieben statt Morgen Samstag. Wir treffen uns also MorgenWedekind notierte am 20.3.1915 (Samstag) das Treffen im Münchner Hoftheater-Restaurant, bei dem Kurt Martens offenbar nicht dabei war, aber neben Artur Kutscher und Joachim Friedenthal auch Will Vesper: „HTR mit Kutscher Friedenthal Vesper. Kutscher fährt mich nach Hause, kehrt morgen ins Feld zurück“ [Tb]. Samstag 9 ½ Uhr21.30 Uhr. Hoftheaterrestaurant, Kutscher, Martens, Friedenthal und ich und würden uns sehr freuen, wenn Sie auch kämen

Schönste Grüße Ihr FrWedekind

Einzelstellenkommentare

München, 23. Oktober 1915 (Samstag)
von Vesper, Will
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Will Vesper vom 26.10.1915 aus München:]


Empfangen Sie herzlichsten Dank für Ihre neuen Kriegslieder [...]

Einzelstellenkommentare

München, 26. Oktober 1915 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Vesper, Will

München 26.10.15.


Sehr geehrter Herr Will Vesper!

Empfangen Sie herzlichsten DankHinweis darauf, dass Wedekind nach dem ersten Kriegslyrikband [vgl. Will Vesper an Wedekind, 25.11.1914] auch Will Vespers zweiten Kriegslyrikband ‒ „Vom großen Krieg. 1914/1915. Neue Gedichte“ (1915), ausgeliefert in einer 2. und 3. Folge (siehe unten) ‒ vom Autor erhalten hat, mit einem Begleitschreiben, das nicht überliefert ist; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 23.10.1915. Zwischen dem Erhalt der Sendung und dem Dank dafür dürften einige Tage vergangen sein. für Ihre neuen KriegsliederNachdem Will Vespers erster Kriegslyrikband „Vom großen Krieg. 1914. Gedichte“ (32 Seiten) vordatiert auf 1915 Ende 1914 erschienen war, veröffentlichte die C. H. Becksche Verlagsbuchhandlung (Oskar Beck) in München eine 2. Folge [S. 33-64] und 3. Folge [S. 65-96] unter dem Titel „Vom großen Krieg. 1914/1915. Neue Gedichte“ (1915), wobei Wedekind sich hier entweder auf die 3. Folge bezieht, die bald darauf als Neuerscheinung angezeigt war [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 82, Nr. 271, 22.11.1915, S. 7153], oder auf die gesamte zusätzliche Lyrikproduktion. Die 2. Folge lag bereits seit dem Frühjahr 1915 vor, wie seinerzeit gemeldet: „Von Will Vesper erschien soeben im Verlag C. H. Beck [...] in München, ein zweites Bändchen Kriegsgedichte: Vom großen Krieg. Dem ersten Bändchen war ein großer Erfolg beschieden.“ [Kleine Mitteilungen. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 68, Nr. 189, 14.4.1915, Morgenblatt, S. 3], die ich mit größtem Genuß gelesenWedekind hat die Lektüre im Tagebuch nicht vermerkt. habe. Zu meiner Freude höre ich auch von meinen | Freunden, daß ihnen die Gedichte sehr gefallen haben. Die schweren AnstrengungenZusammenhang nicht ermittelt. haben Sie ja nun glücklich hinter sich. Nachmittags treffe ich häufig die Herren Dr. Martens und Dr Friedenthal im Café Luitpold zwischen 4 ½ und | 6 Uhrzwischen 16.30 und 18 Uhr.. Vielleicht machen Sie uns auch einmalWill Vesper suchte die Runde im Café Luitpold zunächst wohl über ein Jahr lang nicht auf; erst am 20.12.1916 notierte Wedekind: „C.L. Meyrink Friedenthal Wil Vesper Martens“ [Tb]. das Vergnügen.

Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare