Briefwechsel

Wedekind, Frank und Werfel, Franz

2 Dokumente

Verona, 13. Mai 1913 (Dienstag)
von Werfel, Franz und Hasenclever, Walter
an Wedekind, Frank

Herrn
Frank Wedekind
Prinzregenstr
München
Germania


Verehrter Herr Frank Wedekind,

Wir erlauben uns Ihnen und Ihrer verehrten Frau Gemahlin aus Verona ergebenste Grüße zu senden. ‒ Franz Werfel

und Walter Hasenclever |


Verona – Arena

Einzelstellenkommentare

München, 20. März 1914 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Werfel, Franz

Königreich Bayern

Kartenbrief


An
Herrn Franz Werfel
in München
Wohnung (Straße und Hausnummer) Galerie Caspary |


Adresse des Absenders: |


Sehr verehrter Herr Franz Werfel!

Zu meinem größten Bedauern ist es mir heute Abend unmöglich Ihrer VorlesungNachdem Wedekind auf dem ersten der von Wilhelm Herzog veranstalteten insgesamt acht „Forum“-Abende am 28.11.1913 „Simson oder Scham und Eifersucht“ gelesen hatte, bestritt Franz Werfel gemeinsam mit Catherina Godwin am 20.3.1914 den letzten dieser Abende, die jeweils an einem Freitag um 19.30 Uhr in der Galerie Caspari im Eichthal-Palais in München (Briennerstraße 52) als exklusive geschlossene Veranstaltungen stattfanden: „Der Subskriptionspreis für alle acht Abende beträgt: ein Platz in den ersten fünf Reihen 70 Mark; ein Platz ab sechste Reihe 35 Mark. Es werden nur auf Namen lautende Karten ausgestellt. Die Abende werden den Charakter einer geschlossenen Gesellschaft tragen.“ [„Forum“-Vortragsabende. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 66, Nr. 593, 20.11.1913, Morgenblatt, S. 3] Speziell zur Lesung Franz Werfels war angekündigt: „Am letzten der von Wilhelm Herzog in der Galerie Caspari veranstalteten Abende [...] wird Franz Werfel vor geladenen Gästen lesen: Gedichte aus den Büchern ‚Der Weltfreund‘, ‚Wir sind‘; aus den noch unveröffentlichten: ‚Einander‘, Szenen aus ‚Die Versuchung‘ und aus der Bearbeitung ‚Die Troerinnen des Euripides‘.“ [Achter Forum-Abend. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 67, Nr. 141, 18.3.1914, Vorabendblatt, S. 3] Es lasen an den anderen „Forum“-Abenden Heinrich Mann (12.12.1913), Herbert Eulenberg (9.1.1914), Thomas Mann (30.1.1914), Carl Sternheim (6.2.1914), Paul Cassirer (20.2.1914) sowie Albert Steinrück, Helene Ritscher und Erich Ziegel (6.3.1914). beizuwohnen Ich muß notwendig lernendie Rollen des von Frank Wedekind gespielten Og von Basan und der von Tilly Wedekind gespielte Delila für das „Simson“-Gastspiel am Berliner Lessingtheater (siehe unten). Frank Wedekind notierte am 20.3.1914 (so auch schon am 17., 18. und 19.3.1914): „Wir studieren Delila“ [Tb]. und kann erst spät von Hause fortWedekind hielt nach dem Eintrag zum Einstudieren der „Simson“-Rollen (siehe oben) am 20.3.1914 Besuche im Münchner Hoftheater-Restaurant, in der Torggelstube und im Ratskeller fest [vgl. Tb].. | Erblicken Sie darin bitte keinen Mangel an Interesse sondern nur die Folge einer plötzlich eingeschobenen VorstellungFrank Wedekind, der sich bei den Proben zur Uraufführung von „Simson oder Scham und Eifersucht“ (24.1.1914) am Berliner Lessingtheater mit dem Direktor Victor Barnowsky überworfen hatte und nach München abgereist war, trat dann als Og von Basan (gemeinsam mit Tilly Wedekind als Delila) am 26. und 30.3.1914 doch in der Berliner Inszenierung auf, was er offenbar bei seinem Gespräch am 15.3.1914 mit Victor Barnowsky während einer Vortragsreise in Berlin vereinbart hatte; er war am 16.3.1914 in München zurück, reiste am 22.3.1914 für die Gastauftritte im Lessingtheater erneut nach Berlin und nahm dort am 23.3.1914 die „Simson“-Proben auf [vgl. Tb].. Auf baldiges Wiedersehn mit schönstem Gruß
Ihr ergebener
Frank Wedekind

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