Briefwechsel

Wedekind, Frank und Zeiß, Karl

4 Dokumente

Bad Kissingen, 23. Juli 1914 (Donnerstag)
von Zeiß, Karl
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Brief an Karl Zeiß vom 19.8.1914 aus München:]


Darf ich Sie ersuchen, für die [...] Glückwünsche, die Sie die Freundlichkeit hatten, mit Ihrem Brief aus Bad Kissingen zu senden,[...] Dank entgegenzunehmen.

Einzelstellenkommentare

München, 19. August 1914 (Mittwoch)
von Wedekind, Frank
an Zeiß, Karl

München, 19.VIII.1914.


Sehr verehrter Herr HofrathDr. phil. Karl Zeiß, Geheimer Hofrat, Mitglied der General-Direktion und artistischer Leiter des Schauspiels (Schauspielhaus) am Dresdner Hoftheater [vgl. Neuer Theater-Almanach 1914, S. 399].!

Darf ich Sie ersuchen, für die überaus wohlwollenden und herzlichen Glückwünsche, die Sie die Freundlichkeit hatten, mit Ihrem Briefnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Karl Zeiß an Wedekind, 23.7.1914. aus Bad Kissingen zu senden, aufrichtigen herzlichen Dank entgegenzunehmen. Vor allem aber, verehrter Herr Hofrath, haben Sie mich tief verpflichtet durch Ihren freundlichen ausführlichen BeitragIn dem von Joachim Friedenthal als Ehrengabe zu Wedekinds 50. Geburtstag herausgegebenen Band „Das Wedekindbuch“ (1914) befindet sich die „Dr. Karl Zeiß / Künstlerischer Leiter des Königlichen Hofschauspiels Dresden“ überschriebene Würdigung [vgl. Friedenthal 1914, S. 282-285]. zu der Urtheilssammlung des Herrn Dr. Friedenthal. Ihr Urtheil ist sicherlich das gewichtigste, das zur Verteidigung, wenn nicht zur Rechtfertigung meiner schauspielerischen Bethätigung darin geäußert wurde.

Was ich dem Dresdener Hoftheater für die ausgezeichneten glänzenden Aufführungen„Der Kammersänger“ war am 30.5.1913 (Premiere) – angekündigt: „Die nächste Erstaufführung im Königlichen Schauspielhause findet, wie angekündigt, Freitag, den 30. Mai, statt. Es gelangt zur Aufführung ‚Der Kammersänger‘ von Frank Wedekind im Sinne des Autors ohne Strich.“ [Mitteilungen aus dem Bureau der Königlichen Hoftheater. In: Dresdner Nachrichten, Jg. 57, Nr. 145, 18.5.1913, Abend-Ausgabe, S. (1)] – und „Marquis von Keith“ am 28.5.1914 (Premiere) – angekündigt: „Aus Anlaß des 50. Geburtstages von Frank Wedekind wird im Königl. Schauspielhause das Schauspiel ‚Der Marquis von Keith‘ zur ersten Aufführung vorbereitet.“ [Dresdner Journal, Nr. 108, 12.5.1914, S. 10] – erstmals am Königlichen Schauspielhaus Dresden unter der künstlerischen Leitung von Carl Zeiß erfolgreich inszeniert worden. von Kammersänger und Marquis von Keith schuldig bin, dessen bin ich mir tief bewußt. Jetzt sind schwere ZeitenAnspielung auf den Ersten Weltkrieg. hereingebrochen, das Theater kann froh sein, wenn ihm seine Existenzberechtigung nicht völlig abgesprochen wird, und kein Mensch darf an sich selber denken. Um so dringender fühl ich das Bedürfnis, mich für alles das, was Sie für mich gethan haben, dankbar zu zeigen.

Mit der Bitte, Ihrer verehrten Frau Gemahlin meiner Frau und meine Empfehlungen auszusprechen und besten Grüßen Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 8. Oktober 1915 (Freitag)
von Wedekind, Frank
an Zeiß, Karl

München, 8.X.1915.


Sehr geehrter Herr Geheimrath!

Wollen Sie mir gestatten, Ihnen in dankbarer Erinnerung an die prachtvollen Aufführungen„Der Kammersänger“ war am 30.5.1913 (Premiere) und „Der Marquis von Keith“ am 28.5.1914 (Premiere) erstmals am Königlichen Schauspielhaus Dresden unter der künstlerischen Leitung von Carl Zeiß erfolgreich inszeniert worden – Wedekind hatte sich schon einmal dafür bedankt [vgl. Wedekind an Karl Zeiß, 19.8.1914]. von Kammersänger und Marquis von Keith ein Bild von mirnicht überliefert; es dürfte sich um eine neuere Fotografie von Wedekind gehandelt haben, die er dem Brief an den Geheimen Hofrat Dr. phil. Karl Zeiß, Mitglied der General-Direktion und künstlerischer Leiter des Schauspiels am Dresdner Hoftheater [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 380], beilegte. zu übersenden. Bei Ihnen, verehrter Herr Doktor, glaube ich dadurch nicht in den Verdacht oberflächlicher Eitelkeit zu gerathen. Mit der Bitte, mich Ihrer Frau Gemahlin zu empfehlen und verbindlichen Grüßen Ihr ergebener
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

München, 19. Oktober 1916 (Donnerstag)
von Wedekind, Frank
an Zeiß, Karl

München 19.10.16.


Sehr verehrter Herr Geheimrat!

In Dresden fragten Sie michWedekind notierte am 18.9.1916 in Dresden: „Besuch bei Dr. Zeiß.“ [Tb] nach einer Darstellerin die als Heldenmutter in Betracht käme. Darf ich Ihre Aufmerksamkeit auf Frl. Mary BrandtMary Brand war seit dem Vorjahr [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506] und aktuell Schauspielerin an den Münchner Kammerspielen [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506], im Jahr darauf nicht mehr. Sie ist dann weder am Dresdner Hoftheater, noch am Schauspielhaus in Frankfurt am Main zu finden, wo Karl Zeiß am 1.1.1917 seine Stelle als Generalintendant antrat (er ist im Frühjahr 1916 dorthin berufen worden). Mary Brand hatte zuletzt in den Vorstellungen von Wedekinds „Frühlings Erwachen“ an den Münchner Kammerspielen am 2.10.1916 [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 69, Nr. 500, 1.10.1916, General-Anzeiger, S. 4] und 11.10.1916 [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 69, Nr. 518, 11.10.1916, General-Anzeiger, S. 2] die Rolle der Frau Gabor gespielt. lenken, augenblicklich an den KammerspielenDirektoren der Münchner Kammerspiele waren neuerdings Hermann Sinsheimer und Benno Bing [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 504], davor war Erich Ziegel Direktor [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1916, S. 506], bis zum Schluss der letzten Saison am 1.9.1916 (er ging nach Hamburg). Frank und Tilly Wedekind gaben aktuell am 15.10.1916 ein Gastspiel an den Münchner Kammerspielen in „Marquis von Keith“ [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 69, Nr. 522, 13.10.1916, Morgen-Ausgabe, S. 2], wiederholt am 19.10.1916 [vgl. Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 69, Nr. 532, 18.10.1916, Abend-Ausgabe, S. 3]. in München. Natürlich möchte ich nicht in den Verdacht kommen, daß ich den Kammerspielen, denen ich sehr viel zu | danken habe, ihre Mitglieder wegempfehle. Ich möchte Sie also ersuchen, meine Vermittlung nicht zu erwähnen. In hervorragenden Rollen habe ich Frl Brandt in den Kammerspielen nicht gesehen, da es wohl an der Gelegenheit fehlte, dagegen scheint sie mir das Wesen und die Figur für solche Aufgaben zu haben und ist eine tüchtige Schauspielerin. Übrigens würde auch Herr MarléArnold Marlé war Schauspieler an den Münchner Kammerspielen [vgl. Deutsches Bühnen-Jahrbuch 1917, S. 504]. der von diesen Zeilen nichts weiß über | die Begabung der Dame Auskunft geben können. Im „Deutschen Theater-AdreßbuchDas „Deutsche Theater-Adreßbuch“ (Herausgeber: Deutscher Bühnenverein) erschien seit 1912 im Verlag Oesterheld & Co. in Berlin.“ steht Mary Brandt nicht verzeichnet.

Wollen Sie Ihrer verehrten Frau Gemahlin bitte ergebenste Empfehlungen aussprechen.

Mit besten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare