Briefwechsel

Némethy, Emmy de (Jean de Néthy) und Wedekind, Frank

2 Dokumente

Paris, 1. Oktober 1892 (Samstag)
von Némethy, Emmy de
an Wedekind, Frank

[1. Hinweis in Kutscher 1, S. 255:]


Der SchriftstellerArtur Kutscher war offenbar nicht darüber informiert, dass es sich bei Jean de Nethy um das Pseudonym der in Paris lebenden Schriftstellerin und Übersetzerin Emmy de Némethy handelte, die ihren Brief, der ihm noch vorlag, demnach mit „Jean de Nethy“ unterschrieben hat. Jean de Nethy bittet Wedekind im Oktober 92 auf EmpfehlungOtto Julius Bierbaum hatte Wedekind auf die Übersetzerin Emmy de Némethy aufmerksam gemacht und ihn über ihr Pseudonym informiert [vgl. Otto Julius Bierbaum an Wedekind, 7.7.1892]. Wedekind hat sie erst im Frühjahr darauf persönlich kennengelernt [vgl. Frank Wedekind an Armin Wedekind, 31.5.1893] und stand dann in freundschaftlicher Beziehung zu ihr. Bierbaums um das Recht der Übersetzung ins FranzösischeEmmy de Némethy dürfte ihre französische Übersetzung von „Frühlings Erwachen“ bald darauf begonnen [vgl. Frank Wedekind an Armin Wedekind, 8.11.1892] oder dies zumindest erklärt zu haben [vgl. Otto Julius Bierbaum an Wedekind, 17.3.1893] und plante, sie in einer französischen Zeitschrift und als Buch zu veröffentlichen [vgl. Frank Wedekind an Armin Wedekind, 31.5.1893], was beides nicht zustande kam. Wedekind notierte am 5.9.1893: „ich wünschte nur, die Nemethe möchte mich [...] endlich mal mit ihrer Übersetzung erfreuen“ [Tb], und am 19.1.1894, er erzähle „der Nemethy meinen gestrigen Besuch beim Buchhändler Langen [...]. Ich nehme ihr das Versprechen ab, wenn Langen anbeißt, die Übersetzung sofort zu vollenden.“ [Tb] Albert Langen hat sich nicht entschließen können, ihre französische Übersetzung von „Frühlings Erwachen“ zu verlegen. Das vermutlich unvollendet gebliebene Manuskript ist ebenso verschollen, wie das einer ebenfalls von Emmy de Némethy stammenden Übersetzung von „Frühlings Erwachen“ ins Dänische [vgl. Wedekind an Edvard Brandes, 25.5.1894]. [...]


[2. Hinweis in Frank Wedekinds Brief an Emilie Wedekind vom 7.1.1893 aus Paris:]


Eine Dame aus der hohen Pariser Gesellschaft hat mich um die Autorisation gebeten es übersetzen zu dürfen.

Einzelstellenkommentare

Paris, 6. Juli 1894 (Freitag)
von Némethy, Emmy de
an Wedekind, Frank

Paris, d. 6/Juli


Geehrter Herr Wedekind,

nachdem ich zu meiner großen Freude erfahren habe, daß Sie sich in einer beßeren LageWedekinds finanzielle Lage, die im Sommer 1894 in Paris schwierig war: „Die Not war so groß, daß er sich aufs Äußerste einschränken und zurückziehen mußte.“ [Kutscher 1, S. 288] befinden, hoffe ich mich nicht wieder | einer unliebenswürdigen Antwort auszusetzen wenn ich Sie frage wann Sie gedenken mir die 430 frcs zurück zu erstatten

Mit besten Empfehlungen
Mme de Némethy


53, rue de Ponthieu

Einzelstellenkommentare