Briefwechsel

Hoffmann, Camill und Wedekind, Frank

3 Dokumente

Wien, 15. Oktober 1907 (Dienstag)
von Hoffmann, Camill
an Wedekind, Frank

[Hinweis in Wedekinds Kartenbrief an Camill Hoffmann vom 17.10.1910 aus Berlin:]


Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre liebenswürdige Aufforderung [...]

Einzelstellenkommentare

Breslau, 25. August 1908 (Dienstag)
von Wedekind, Frank
an Die Zeit, (Zeitung), Hoffmann, Camill

Postkarte


Tit. Feuilleton-Redaktion
Die Zeit
Wien I.
Wipplingerstraße 38Redaktionsadresse der Wiener Tageszeitung „Die Zeit“ (Wien I, Wipplingerstraße 38) [vgl. Lehmanns Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger für Wien 1909, Teil V, S. 1480], auch im Impressum der Zeitung mitgeteilt.. |


Sehr geehrter Herr DoctorCamill Hoffmann (wohl nicht promoviert, hier als Vertreter der Feuilleton-Redaktion unspezifisch höflich angeredet), Schriftsteller, Übersetzer und Redakteur der Tageszeitung „Die Zeit“ in Wien [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1908, Teil II, Sp. 692], in dessen Nachlass die vorliegende Postkarte liegt, die redaktionell bearbeitet (siehe zur Materialität) Wedekinds Beitrag (siehe unten) zu einer Umfrage über den russischen Schriftsteller Lev Nikolaevič Tolstoj bildete, der am 9.9.1908 sein 80. Lebensjahr vollendete [vgl. Tolstoi zum 80. Geburtstag. Eine Rundfrage. In: Die Zeit, Jg. 7, Nr. 2138, 6.9.1908, Morgenblatt, S. 1-2; Nr. 2140, 8.9.1908, Morgenblatt, S. 1-2]; in der Vorbemerkung vor dem ersten Teil heißt es: „Wir haben uns an eine Reihe berühmter Schriftsteller, Gelehrter, Politiker und Künstler mit der Frage gewendet, ob sie der Lektüre Tolstoischer Werke fortwirkende Eindrücke [...] zuschreiben.“!

ich halteWedekinds Mitteilung war die Antwort auf eine Umfrage (siehe oben), in deren erstem Teil sie an vorletzter Stelle erschien, überschrieben „Frank Wedekind (Berlin)“: „Ich halte ‚Anna Karenina‘ für den bedeutendsten Roman, der seit Cervantes’ ‚Don Quichotte‘ geschrieben wurde und Leo Tolstoi seit Ibsens Tod für den größten lebenden Schriftsteller und für den einzigen achtbaren Menschen, der in Rußland nicht im Kerker sitzt.“ [Tolstoi zum 80. Geburtstag. Eine Rundfrage. In: Die Zeit, Jg. 7, Nr. 2138, 6.9.1908, Morgenblatt, S. 2]Anna Karenina“ für den bedeutendsten Roman, der seit Cervantes’ „Don Quixote“ geschrieben wurde und Leo Tolstoi seit Ibsens Todseit dem 23.5.1906, dem Todestag des norwegischen Schriftstellers Henrik Ibsen. für den größten lebenden Schriftsteller und für den einzigen achtbaren Menschen, der in Rußland nicht im Gefängnis Kerker sitzt.

In vorzüglicher Hochachtung
Ihr
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare

Berlin, 17. Oktober 1910 (Montag)
von Wedekind, Frank
an Die Zeit, (Zeitung), Hoffmann, Camill

Kartenbrief


An
Herrn Camillo HoffmannWedekind dürfte den Feuilletonredakteur der Wiener Tageszeitung „Die Zeit“ Camill Hofmann erst am 28.2.1910 in Wien persönlich kennengelernt haben, als er mit ihm und zwei weiteren Wiener Kritikern einen Abend verbrachte: „Mit Max Messer, Camillo Hoffmann und Bettauer bei Hartmann.“ [Tb]
in Wien
Wohnung (Straße und Hausnummern) tit RedaktionDie Zeit |


Sehr geehrter Herr Hoffmann!

Empfangen Sie meinen ergebensten Dank für Ihre liebenswürdige Aufforderungnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Camill Hoffmann an Wedekind, 15.10.1910. Camill Hoffmann dürfte Wedekind um einen Beitrag für das Feuilleton der Wiener Tageszeitung „Die Zeit“ gebeten haben; möglicherweise schrieb Wedekind den nicht überlieferten Text, den er zurück in München (siehe unten) am 21.10.1910 notierte: „Schreibe ‚an die Kritik‘ fertig.“ [Tb] Ein Beitrag Wedekinds in „Die Zeit“ ist für den Rest des Jahres 1910 bis Anfang 1911 nicht nachweisbar., der ich mit Vergnügen Folge leisten werde, sobald ich wieder in meinen vier Wänden bin. Hier in BerlinWedekind war seit dem 1.10.1910 zu einem Gastspielaufenthalt in Berlin [vgl. Tb], was in Wien bekannt war, wie Presseberichte darüber zeigen [vgl. Wedekind-Abend. In: Die Zeit, Jg. 9, Nr. 2887, 8.10.1910, Morgenblatt, S. 3]; insofern dürfte Camill Hoffmann seine Anfrage (siehe oben) nach Berlin geschickt haben. ist es mir leider nicht | möglich etwas Zusammenhängendes zu schreiben. Ende dieser Woche bin ich hoffentlich wieder in MünchenWedekind war seit dem 1.10.1910 zu einem Gastspielaufenthalt in Berlin [vgl. Tb], was in Wien bekannt war, wie Presseberichte darüber zeigen [vgl. Wedekind-Abend. In: Die Zeit, Jg. 9, Nr. 2887, 8.10.1910, Morgenblatt, S. 3]; insofern dürfte Camill Hoffmann seine Anfrage (siehe oben) nach Berlin geschickt haben.. Dann werde ich mich sofort daranmachen.

Mit besten Grüßen Ihr ergebenster
Frank Wedekind.

Einzelstellenkommentare