FRANK
WEDEKIND.
MÜNCHEN,
den 3. April 1902.
Franz Josefstr. 42/II.
Herrn
Albert Langen, Verlag.
München.
Sehr
geehrter Herr!
zu
meinem Bedauern muß ich Ihnen mittheilen, daß ich genötigt bin, unsere
geschäftlichen Beziehungen vom heutigen Tag an als abgebrochenAm 10.4.1902 schrieb Korfiz Holm aus München an Albert Langen: „Wedekind scheint seinen famosen Beziehungsabbrechungsbrief schon zu bedauern“ [Abret/Keel 1989, S. 293]. Wedekind blieb beim Albert Langen Verlag. zu betrachten.
Ihr GeschäftsbetriebAuslöser für Wedekinds Brief war nicht nur seine Unzufriedenheit mit dem von Arthur Langen geleiteten, in Berlin ansässigen Bühnenvertrieb des Albert Langen Verlags [vgl. Wedekind an Theaterdirektoren, 4.4.1902], sondern wohl auch sein gescheiterter Versuch, mit Albert Langen für Verhandlungen in persönlichen Kontakt zu kommen [vgl. Wedekind an Albert Langen, 30.3.1902]. läßt er/s/ mir leider
auch als vollkommen nutzlos und zweckwidrig erscheinen, meiner Mittheilung ein
Wort der Begründung beizufügen. Dagegen bin ich natürlich jederzeit bereit,
mich vor GerichtVon einer gerichtlichen Auseinandersetzung rieten Korfiz Holm [an Albert Langen, 5.4.1902; vgl. Abret/Keel 1989, S. 290f.] und Ludwig Thoma [an Albert Langen, 22.4.1902; vgl. Pöllinger 1993, S. 332f.] ab. Sie fand nicht statt, da die Angelegenheit in einem am 2.5.1902 von Wedekind und Ludwig Thoma unterzeichneten Vertrag [Aa, Wedekind-Archiv E, Mappe 5, Nr. 3] geregelt wurde. zu rechtfertigen.
Hochachtungsvollst
Frank Wedekind.