Sehr geehrter Herr,
auf nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Albert Langen und Albert Langen Verlag, 18.4.1904. erwidere ich Ihnen, dass
ich in Anbetracht der veränderten Umstände, nämlich:
1.) In Anbetracht dessen, dass Ihr Schriftstellername seit
Abschluss unseres bis jetzt bestehenden Vertrages bedeutend bekannter geworden
ist, was sich in letzter Zeit auch in einem erhöhten Absatz eines Teiles Ihrer
Bücher gezeigt hat,
2.) in Anbetracht dessen, dass Ihr Vorschuss bei mir sich
verringert hat und in absehbarer Zeit getilgt sein dürfte,
bereit bin, einen neuen KontraktEin neuer Vertrag kam am 1.6.1904 zustande, Franz Blei war an der Vermittlung beteiligt [vgl. Kutscher 2, S. 116]. Am selben Tag notierte Wedekind in seinem Tagebuch: „Erste Rate von Langen erhalten M. 500 - An Tantiemen erhalten M. 124. Contrakt unterschrieben“. mit Ihnen abzuschliessen
und zwar richtiger zwei getrennte KontrakteÜberliefert ist lediglich der von Wedekind und Reinhold Geheeb unterzeichnete Vertrag über Wedekinds Bühnenwerke vom 1.6.1904 [vgl. Aa, Wedekind-Archiv E, Mappe 5, Nr. 3]. für den Buchverlag und für den
Bühnenvertrieb Ihrer Werke. Ich bitte Sie, die einliegenden Kontraktenicht überliefert. zu
prüfen. Wenn Sie mit den Bedingungen einverstanden sind, senden Sie mir bitte
die Exemplare unterschrieben zurück, worauf Ihnen die von mir unterzeichneten
Gegenexemplare umgehend zugesandt werden.
Ich kann Ihnen schon heute mitteilen, dass sich
voraussichtlich aus einigen Ihrer Bücher schon für das vorige Jahr ein
Gewinnanteil von mehreren hundert Mark ergeben wird. Die Abrechnung hierüber
erhalten Sie im dritten Quartal dieses Jahres.