3.
Nov. 15.
Sehr geehrter Herr Wedekind!
Ich bedauere außerordentlich, daß die Drucklegung„Bismarck. Historisches Schauspiel in fünf Akten“ erschien Ende Dezember 1915 vordatiert auf 1916 im Georg Müller Verlag. an dem „Bismarck“ so langsam von statten geht, aber dadurch, daß wiederum Leute
eingezogen worden sind, und ein Ersatz nur schwer zu finden ist, mußte
notgedrungen eine Stockung eintreten. Die Buchdruckerei Mänicke & JahnDie Buchdruckerei Mänicke & Jahn (Inhaber: Hugo Werth) in Rudolstadt (Stiftsgasse 17) [vgl. Adreß- und Geschäfts-Handbuch der Fürstlichen Haupt- und Residenzstadt Rudolstadt 1912, Teil I, S. 28] arbeitete für den Georg Müller Verlag. wird
Ihnen selbst darüber Näheres mitteilen. Ich hoffe aber, daß der Satz bis Mitte
der nächsten Woche beendet sein wird.
Ich habe schon Ende der vergangenen Woche die Buchdruckerei Mänicke & Jahn ersucht, die fraglichen drei KlischeesDruckstöcke. aus dem WedekindbuchKlischees mit Werbung des Georg Müller Verlags für Wedekinds Werke aus dem 1914 zu Wedekinds 50. Geburtstag veröffentlichten „Wedekindbuch“ sollten von der Buchdruckerei Mänicke & Jahn zuerst dem Autor zugesandt werden [vgl. Georg Müller an Wedekind, 22.10.1915], was offenbar nicht geschah. Nun sollten sie direkt an den Drei Masken Verlag gehen, der eine Broschüre „Frank Wedekind und das Theater“ (1915) vorbereitete. Da diese Broschüre die Verlagswerbung nicht enthält, bleibt zu vermuten, dass der Versand der Klischees auch hier unterblieb.
an den Drei MakenSchreibversehen, statt: Masken. Verlag zu senden. Dieser mein Brief scheint aber in Verlust
geraten zu sein. Ich habe deshalb heute Mänicke & Jahn Auftrag erteilt.
Mit den besten Grüßen
Ihr sehr ergebener
Georg Müller