Sehr geehrter Herr Müller!
Mit Ihrem Angebotnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Georg Müller an Wedekind, 18.8.1910. für M 350,‒ ₰
die Autorisation der englischen Übersetzung von
Frl. Erwachen abzugeben, erkläre ich mich hiemit einverstanden und danke Ihnen
dafür. Wäre es aber nicht angezeigt von dem amerikanischen VerlageDer Verlag Brown Brothers in Philadelphia (Pennsylvania/USA) hat „Frühlings Erwachen“ 1909 übersetzt von Francis Joseph Ziegler, Kritiker und Übersetzer in Philadelphia, herausgebracht [vgl. Frank Wedekind: The Awakening of Spring. A Tragedy of Childhood. Translated from the German by Francis J. Ziegler. Philadelphia 1909], zuletzt in 3. Auflage 1912., wenn sich
derselbe ausfindig machen läßt, eine größere Summe, vielleicht Mark 1000,‒ für die Autorisation zu
fordern. Ist es ihm zuviel dann könnte man ja etwas anderes zu Frl. Erwachen in
Kauf geben. |
Der Amerikaner w/k/önnte sich durch unsere
Autorisation gegen Nachdrucke in Amerika schützen und da er das Buch schon
einmal herausgegeben befindet er sich in einer Art Zwangslage. Außerdem ist er
Verleger und nicht Privatperson wie die „peinliche“ Frl. Kitzbrunnernicht identifiziert.. Dann bin
ich ganz Ihrer Ansicht daß man sich bei diesen Geschäften eher an Verleger als
an Pri Übersetzer halten sollte, denen man eventuell die Autorisation
hingiebt, und dann nachher, wenn ein reelles Anerbieten kommt die Hände nicht
mehr frei hat.
Daß ich irgend einen Menschen zur Übersetzung ins EnglischeFrancis Joseph Ziegler hat „Frühlings Erwachen“ 1909 für die englischsprachige Ausgabe im Verlag Brown Brothers übersetzt (siehe oben).
oder Herausgabe in Amerika von Frl. Erw. autorisiert habe ist ganz
ausgeschlossen. Ich beantworte | Angebote von Übersetzern seit Jahren nicht
mehr, da es immer verlorene Mühe war. Und von Verlegern habe ich bis jetzt noch
keine erhalten.
Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.