München 26. Oktober 1916.
Sehr geehrter Herr Friedmann!
Inliegend empfangen Sie eingeschrieben den
Vertragnicht überliefert; der Vertrag mit den Berliner Theaterdirektoren Carl Meinhard und Rudolf Bernauer liegt dem Brief nicht mehr bei. mit Meinhard Bernauer sowie das letzte Exemplar der BühnenausgabeDiese Bühnenbearbeitung von „Frühlings Erwachen“ ist nicht erhalten [vgl. KSA 2, S. 775]. Sie dürfte die Vorlage gewesen sein für die Bühnenbearbeitung, die 1918 mit einer „Vorbemerkung“ und dem Hinweis „Bühnen-Vertrieb Drei Masken Verlag G.m.b.H. in Berlin W. 30, Nollendorfstraße 13/14“ im Georg Müller Verlag erschien [vgl. KSA 2, S. 776]. von
Frl. Erw. mit dem besprochenen VorwortEs dürfte sich um die „Vorbemerkung“ gehandelt haben, die dann in der 1918 im Georg Müller Verlag erschienenen Bühnenbearbeitung enthalten war, ein in vollem Wortlaut abgedruckter Artikel aus der Berliner Zeitung „Die Post“ vom 15.7.1912 über die Zensurvorgänge um die Inszenierung von „Frühlings Erwachen“ am Königsberger Stadttheater [vgl. KSA 2, S. 776].. Ich mag das Exemplar nicht an Müller
schicken wegen der Unordnung und Unzuverlässigkeit der dortigen Verhältnisse,
da das Buch den Wert eines nicht wieder zu ersetzenden Manuskriptes hat und ich
Ihre Abmachungen mit Müller nicht kenne. |
Mit bestem Dank bestätige ich Ihnen den Empfang
von M. 1000,‒₰Wedekind notierte den Betrag von 1000 Mark am 23.10.1916 im Kontobuch unter den Einnahmen: „Dreimaskenvorschuß“ [Mü, L 3512].. Für
den AbschlußDie Inszenierung von „König Nicolo oder So ist das Leben“ in Dresden wurde nicht realisiert. Eine Aufführung des Stücks in Dresden kam zu Lebzeiten Wedekinds nicht zustande. über König Nicolo in Dresden besten Dank.
In vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind.