Meyer,
R. Rentièreauch: Rentiere (männliche Form: Rentier); Person, die nicht von Erwerbsarbeit, sondern von Aktien, Anleihen, angelegtem Kapital etc. lebt..
Die unter mir wohnenden HerrschaftenDie Rentiere Rosa Meyer (geb. Wollmann) wohnte mit ihrer Tochter ein Stockwerk unter Wedekind: Berlin W 62, Kurfürstenstraße 125, 2. Stock [vgl. Berliner Adreßbuch 1907, Teil I, S. 1572]. Wedekind fühlte sich durch das Klavierspiel der Tochter Anna Meyer gestört, wie er seinem Vermieter Wilhelm Hamann hier sarkastisch schreibt. Er hatte eine Abneigung gegen „Klaviergeklimper“ [Wedekind an Maximilian Harden, 10.9.1913; Gästebucheintrag]. setzen ihre Ehre
darein, mich aus dem Hause zu jagen. Ich kann die Herrschaften an der
Ausführung dieses künstlerischen Unternehmens nicht hindern. Jedenfalls aber
habe ich, bevor ich die Wohnung mieteteDem Tagebuch zufolge besichtigte Wedekind die Wohnung im 3. Stock rechts der Kurfürstenstraße 125 am 29.5.1906: „Sehe mit Tilly die Wohnung an.“ Das Paar zog am 31.8.1906 dort ein ‒ an diesem Tag fand der „Umzug“ [Tb] statt. alle nötigen Erkundigungen eingezogen,
um diesem traurigen Schicksal nicht ausgesetzt zu sein. Vielleicht entschließen
SieWilhelm Hamann, der Vermieter [vgl. Wedekind an Wilhelm Hamann, 17.4.1907]. sich, den Herrschaften diese Zeilen zu lesen zu geben. Es wäre ja
vielleicht nicht ausgeschlossen, daß sie daraufhin auf die Ehre, mich zum Haus
hinaus zu jagen, verzichten.
Hochachtungsvoll
FrW.