Frank
Wedekind
immer auch gedenkendIn seinem Beitrag zum „Wedekindbuch“ (1914) erinnerte sich Carl Hauptmann, der Wedekind „seit seiner Frühzeit [...] in Zürich“ (1887) kannte: „Es war seinerzeit in München, als ich Wedekind zum ersten Male als darstellenden Künstler, als Sänger seiner eigenen Lautenlieder hörte.“ [Friedenthal 1914, S. 177f.] Das war Anfang 1905, als Wedekind im Münchner Künstler-Kabarett Intimes Theater (bis Ende 1904: Die Sieben Tantenmörder) fast täglich Gastspiele hatte, die er unter dem Stichwort „Tantenmörder“ [Tb] notierte – seine Auftritte am 14. und 15.1.1905, 17. bis 20.1.1905, 27.1.1905 bis 5.2.1905 und 10.2.1905. Mindestens einen dieser Auftritte hat Carl Hauptmann besucht. Wedekind traf ihn in München dem Tagebuch zufolge am 16.1.1905 („Presseball. Karl Hauptmann getroffen. Tantenmörder ausgesetzt“), ging am 17.1.1905 in einen Vortrag von ihm und trat an diesem Tag auch selbst auf („Vortrag von Carl Hauptmann. Tantenmörder“) und besuchte schließlich am 23.1.1905 die Uraufführung von Carl Hauptmanns Stück „Die Bergschmiede“ am Hoftheater und klärte zugleich an diesem Tag mit dem Direktor des Schauspielhauses die anstehende Uraufführung seines Schauspiels „Hidalla“ („Abends die Bergschmiede. Mit Stollberg die Besetzung von Hidalla festgestellt“), die am 18.2.1905 stattfand – da war Carl Hauptmann nicht mehr in München. der schwermüthigsten Lieder, die ich jemals hörte und der
ruhlos klopfenden, zupfenden Töne seiner Laute, die wie das Pathos des Poeten warmes
unvergesslich sind.
Mathilde gedruckter Kurztitel auf dem Schmutztitel des Exemplars der Erstausgabe von Carl Hauptmanns Roman „Mathilde. Zeichnungen aus dem Leben einer armen Frau“ (1902), auf den der Verfasser seine Widmung geschrieben hat.
Carl Hauptmann
Mittel-SchreiberhauOrtsteil von Schreiberhau, wo Carl Hauptmann lebte [vgl. Kürschners Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1905, Teil II, Sp. 525].
1. Mai 1905