JS.
9. November 09.
Lieber Freund!
In der Angelegenheit des Herrn Rowohlt in Leipzig teile ich Dir folgendes mit:
Ich habe mit Herrn Rowohlt persönlich Rücksprache genommen.
Derselbe ist nicht Willens die
ManuskripteBei den Wedekind abhanden gekommenen und von dem Leipziger Verleger Ernst Rowohlt aufgekauften Manuskripten handelte es sich um ein Schulheft Wedekinds mit 20 Gedichten und einem Register, um den Prosaentwurf „Eden“ (eine Vorstufe zu „Mine-Haha“) und zwei Tagebücher vom 1889/90 [vgl. Vinçon 1989, S. 447f.]. herauszugeben. Ich habe nun von mir aus, gewid/s/sermassen
als neutraler Dritter, Herrn Rowohlt den Vorschlag gemacht, er möge Dir
wenigstens Abschriften der Manusp/k/ripte zur Verfügung stellen. Da es mir nicht
bekannt ist, wie Du Dich zu einem solchen Ausgleichsvorschlage stellen würdest,
wäre es mir angenehm, Deine Meinung hierüber zu hören. Ich habe Herrn
Rechtsanwalt Dr. Rosenthal
mit Schreiben vom heutigen Tage über den Sachstand informiert, da ich annehme,
dass Du Dich mit Herrn Dr. Ro|senthal in Verbindung setzenWedekind suchte Wilhelm Rosenthal am 11.11.1909 auf: „Besuch bei Rosenthal“ [Tb]. wirst.
Mit herzlichem Gruss
Dein
Herrn Frank Wedekind,
München.