ETE
Sehr geehrter Herr Wedekind,
wir waren sehr betrübt, als Sie gesternder 19.5.1902 (Pfingstmontag). Wedekind trat im Rahmen seines Gastspiels vom 14. bis 26.5.1902 im Bunten Theater (Überbrettl) Ernst von Wolzogens in Berlin (Köpenickerstraße 68) jeden Abend um 20 Uhr auf, auch an beiden Pfingstfeiertagen, wie ausdrücklich angezeigt war [vgl. Berliner Tageblatt, Jg. 31, Nr. 248, 18.5.1903, Sonntags-Ausgabe, 3. Beiblatt, S. (3)]. nicht kamen, dachten
uns aber gleich, dass Sie den Briefvgl. Else Endell an Wedekind, 16.5.1902. zu spät oder gar nicht erhalten hätten.
Wenn Sie also das Versäumte nachholen wollen so ist es uns recht welchen Tag
Sie wählen von Donnerstag ab und mit gerechnet, Sie müssen uns nur Nachricht
geben und auch ob Sie zum Abend bleiben können.
Mein MannElse Endell (geb. Plötz) hat August Endell am 22.8.1901 in Berlin geheiratet, ihr erster Ehemann bis zur Scheidung am 23.1.1904 (die zweite Ehe ging sie dann am 22.8.1907 mit Paul Greve ein, die dritte Ehe mit Leopold Baron von Freytag-Loringhoven am 19.11.1913 in New York). grüsst Sie sehr bis dahin und ich auch.
Ti ENDELL.