München, den 8. April 1914.
Hochverehrter Meister!
Lieber, verehrter Herr Brandes!
wollen Sie meiner Frau und mir erlauben, Ihnen zu Ihrem Aufenthalt in BerlinZusammenhang nicht ermittelt. die herzlichsten Grüße und Glückwünsche zu übersenden. Im Lauf des vergangenen Winters las meine Frau mir an manchen | Abenden Kapitel aus Ihren WerkenWedekind notierte am 30.11.1913 und 1.12.1913 jeweils „Tilly liest Shakespeare von Brandes“ [Tb]; das könnte die vor Jahren im Albert Langen Verlag erschienene Monographie über den englischen Dramatiker gewesen sein [vgl. Georg Brandes: William Shakespeare. Paris, Leipzig, München 1896]. Wedekind notierte außerdem am 27.12.1913: „Tilly liest Brandes über Richard III.“ [Tb]; das könnte das Kapitel „Richard III.“ aus Band 6 der von Albert Langen verlegten Gesamtausgabe „Gesammelte Schriften“ gewesen sein [vgl. Georg Brandes: Englische Persönlichkeiten. Zweiter Teil. William Shakespeare. Erster Teil. München 1904, S. 162-179]. vor und wir gedachten Ihrer jedes Mal wieder mit den Gefühlen größter Bewunderung für den Menschenforscher und Künstler.
Ihr ergebener Frank Wedekind.
Bestehend aus 2 Blatt, davon 2 Seiten beschrieben
München8. April 1914 (Mittwoch) Sicher
MünchenDatum unbekannt
BerlinDatum unbekannt
Det Kongelige Bibliotek / Königliche Bibliothek
DK-1016 Kopenhagen Postboks 2149 Dänemark Center for Manuskripter & Boghistorie
Wir danken der Königlichen Bibliothek (Kopenhagen) für die freundliche Genehmigung der Wiedergabe des Korrespondenzstücks.
Frank Wedekind an Georg Brandes, 8.4.1914. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (23.01.2026).
Ariane Martin