Lieber hochverehrter Hermann Bahr!
Für die große außerordentliche Freude, die Sie mit der
Großzügigkeit Ihres reichen Herzens durch die freundschaftliche WidmungDie angekündigte Widmung [vgl. Wedekind an Hermann Bahr, 1.5.1914] lautet gedruckt: „Meinem lieben Frank Wedekind in herzlicher Freundschaft zum fünfzigsten Geburtstag“, datiert „Salzburg Pfingsten 1914“ [Hermann Bahr: Der Querulant. Komödie in vier Akten. Berlin 1914, S. (7)]. Demnach hat Hermann Bahr die Widmung am 31.5.1914 (Pfingsten) oder 1.6.1914 (Pfingstmontag) endgültig formuliert. Ihres
neuen Dramas mir bereiten aufrichtigen innigen DankHinweis auf ein nicht überliefertes Schreiben; erschlossenes Korrespondenzstück: Hermann Bahr an Wedekind, 2.5.1914. Hermann Bahr hat unmittelbar auf einen soeben erhaltenen Brief Wedekinds [vgl. Wedekind an Hermann Bahr, 1.5.1914] geantwortet. Wedekind bedankt sich für diese Antwort und zugleich für die vorgesehene Widmung für ihn in Hermann Bahrs Komödie „Der Querulant“ (siehe oben).. Ich mag mich den Gefühlen
nicht überlassen, die Ihr schönes | Geschenk in mir wachruft. Aber können wir
heute nicht beide dem Geschick dankbar sein, Sie, der Sie so viel Freude
bereiten, und ich, der ich sie empfange?
Ihnen und Ihrer hochverehrten Frau Gemahlin schönste Grüße
von uns beiden.
Ihr alter
Frank Wedekind.
3.5.14.