Dr.
Wilhelm Rosenthal
Ludwig Strauss IIIDie römische Ziffer hinter dem Namen des Rechtsanwalts unterscheidet ihn von den beiden anderen gleichnamigen Münchner Rechtsanwälten.
Rechtsanwälte.
Telephonruf No 8416.
München,
den 23.12.1911
Sonnenstr. 3/II
Sehr geehrter Herr Wedekind!
Herr Assessor Dr. RothDr. Christian Roth (Possartstraße 6) war „Bezirksamtsassessor“ [Adreßbuch für München und Umgebung 1911, Teil I, S. 504]. Im Jahr darauf wurde verfügt, „den Bezirksamtsassessor bei der Polizeidirektion München Dr. Christian Roth in etatsmäßiger Weise zum Regierungsassessor bei der Polizeidirektion München zu befördern“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 65, Nr. 415, 16.8.1912, Morgenblatt, S. 4]. hat sich an mich mit dem
Ersuchen gewandt, Sie möchten der Polizeidirektion auf 1 ‒ 2 Tage das ManuscriptEs handelte sich um ein Typoskript (nicht erhalten), das „in mehreren Exemplaren“ [KSA 7/II, S. 993] vorlag, eines davon mit den genannten Zensurstrichen für die erste Buchausgabe von „Franziska. Ein modernes Mysterium in fünf Akten von Frank Wedekind“ (1912) im Georg Müller Verlag in München. Zw Ihres Buches „Franziska“
zur Verfügung stellenWedekind notierte am 27.12.1911: „Besuch bei Strauß wegen Polizeigesuch“ [Tb]; er dürfte dem Rechtsanwalt Ludwig Strauß das erbetene Exemplar des „Franziska“-Typoskripts mit den Zensurstrichen (siehe oben) gebracht haben., in welchem die von der Censur angeordneten Striche
enthalten sind.
H. Dr. Roth will in dem von Ihnen übermittelten BuchemplarSchreibversehen, statt: Buchexemplar. die betr. Striche
anmerken.
Mit den besten Empfehlungen
ergebenster
Lug Strauß III
Ra.