Köln 12. III. 1905. Herwarthstr. 31
Lieber Frank!
Mit aufrichtigster Freude begrüße ich Dein KommenDie Literarische Gesellschaft in Köln hatte Wedekind für den 17.3.1905 zum Vortrag im Kölner Gürzenich eingeladen (er las Szenen aus „So ist das Leben“, die Erzählung „Rabbi Esra“ sowie die Gedichte „Das Lied vom armen Kind“, „Sommer 1898“ und „Der blinde Knabe“) [vgl. KSA 1/II, S. 1155f.]. nach Köln! Bitte theile mir mit wannDem Tagebuch zufolge kam Wedekind am 16.3.1905 in Köln an und besuchte noch am gleichen Tag den Jugendfreund: „Abreise nach Köln. Abends bei Walther Laué zu Gast“. Du kommst. Meine Frau und ich freuen uns Dich in den Tagen Deines Hierseins mit Kölns Schönheiten bekannt machenAus terminlichen Gründen konnte Wedekind das Angebot nicht annehmen. Er reiste in der Nacht vom 17.3.1905 auf den 18.3.1905 zurück nach München, wo er abends in der Rolle des Karl Hetmann in „Hidalla“ auf der Bühne des Münchner Schauspielhauses stand. Es war die zwölfte Vorstellung des Stücks, das am 18.2.1905 am Münchner Schauspielhaus unter der Regie von Georg Stollberg erfolgreich uraufgeführt worden war [vgl. Tb 18.3.1905 und 18.2.1905]. zu können. Was Du sehn willst an Bauten und Kunstschätzen, was Du im Theater erblicken willst und was Dir am besten schmeckt soll Dir werden!
Willkommen am Rhein!
Bestehend aus 2 Blatt, davon 1 Seite beschrieben
Köln12. März 1905 (Sonntag) Sicher
KölnDatum unbekannt
MünchenDatum unbekannt
Münchner Stadtbibliothek / Monacensia
Maria-Theresia-Straße 23 81675 München Deutschland +49 (0)89 419472 13
Wir danken der Münchner Stadtbibliothek / Monacensia für die freundliche Genehmigung zur Wiedergabe des Korrespondenzstücks.
Walter Laué an Frank Wedekind, 12.3.1905. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (20.01.2026).
Anke Lindemann