Berlin, 15.XI.1905.
Sehr geehrter Herr Doktor!
Sie machten mir das liebenswürdige AnerbietenWalther Rathenau dürfte Wedekind den Ausflug am 3.11.1905 angeboten haben, als Wedekind zuletzt bei ihm zu Gast war [vgl. Tb]., an einem
Sonntag mit mir nach Potsdam zu fahren, um historische Ruhe und Schönheit
aufzusuchen. Letzten Sonntagder 12.11.1905. schien mir das Wetter nicht sehr geeignet. Wenn
Ihre Zeit Ihnen nächsten Sonntagder 19.11.1905, an dem Wedekind notierte: „Fahre mit Walther Rathenau im Automobil nach Potsdam.“ [Tb], den 19., den Ausflug gestatten sollte, würde
ich mich ungemein freuen, Sie begleiten zu können, und würde mich dann vormittags
um 10 Uhr in der ViktoriastraßeWalther Rathenaus Wohnadresse (Victoriastraße 3, 2. Stock) [vgl. Berliner Adreßbuch 1906, Teil I, S. 1765]. bei Ihnen einfinden. Sollten Sie durch
Ihre Arbeiten verhindert sein, dann lassen Sie mich das vielleicht durch einige
Wortevgl. Walther Rathenau an Wedekind, 16.11.1905. wissen.
Mit ergebenstem Gruß Ihr
Frank Wedekind.