Sehr geehrter Herr Jessner!
Vor einigen Tagen erlaubte ich mir Ihnen die neue
Bearbeitung meiner Komödie „Oaha“ zu übersendenHinweis auf ein nicht überliefertes Begleitschreiben zur Sendung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Leopold Jessner, 13.9.1911. Wedekind schickte die neue Ausgabe von 1911: „Óaha, die Satire der Satire. Eine Komödie in vier Aufzügen von Frank Wedekind. Zweite umgearbeitete Auflage. [...] München und Leipzig bei Georg Müller Verlag.“ [KSA 8, S. 420]. Das Stück hat jetzt statt
fünf nur vier Akte. Da es mir bis jetzt nicht knapp genug war habe ich
nirgends eine Aufführung zugelassen. Die Uraufführung„Oaha“ (1908) wurde nach teils zensurbedingten Verzögerungen erst am 20.12.1911 durch den Neuen Verein im Münchner Lustspielhaus als geschlossene Vorstellung uraufgeführt; die erste öffentliche Premiere fand am 12.6.1912 im Rahmen des Wedekind-Zyklus am Deutschen Theater in Berlin statt [vgl. KSA 8, S. 604-608] des Stückes hat demnach
noch nicht stattgefunden.
Herzlichen Dank für Ihre lieben | Zeilen vom 15.6.nicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Leopold Jessner an Wedekind, 15.6.1911. Er dürfte um ein Foto von Wedekind gebeten, auf genommen vom Atelier Bieber in Hamburg (siehe unten). Ein
Bildeine Fotografie. Wedekind, der vom 25. bis 27.11.1909 Hamburg besucht hatte [vgl. Tb], wurde dort am 27.11.1909 im Atelier Königlicher Hof-Photograph E. Bieber (gegründet von Emilie Bieber, Inhaber: Leonard und Emil Berlin), Kunst-Institut für Porträt-Photographie (Jungfernstieg 8/9) [vgl. Hamburger Adressbuch 1910, Teil II, S. 61], aufgenommen, wie er notierte: „Bieber photographiert mich.“ [Tb] von Bi/b/e/ber in Hamburg würde ich Ihnen gerne senden, aber ich habe keines
mehr Ich fand die Bilder auch sehr gut. Wann bekomme ich denn ein Bild
von Ihnen? Ich würde es sehr gern in meinem Zimmer haben.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.
18.9.11.