Sehr verehrter Herr VesperWill Vesper, Germanist, Schriftsteller und Kritiker in Schwabing [vgl. Kürschers Deutscher Literatur-Kalender auf das Jahr 1910, Teil II, Sp. 1731], der in diesem Stadtteil von München (Keferstraße 2) [vgl. Adreßbuch für München 1910, Teil I, S. 628] seinerzeit wohnte.!
Verzeihen Sie mir bitte daß es mir erst heute möglich ist,
Ihnen zu antwortenHinweis auf eine nicht überlieferte Anfrage; erschlossenes Korrespondenzstück: Will Vesper an Wedekind, 30.6.1909. Ich hatte in den letzten Tagendie Tage seit dem 1.7.1909, dem Beginn des Wedekind-Zyklus am Münchner Schauspielhaus (1. bis 31.7.1909) [vgl. Tb]; Will Vesper hatte vermutlich in seiner Anfrage (siehe oben) um eine Freikarte gebeten. meine Competenzen schon
überschrittenWedekind hatte das ihm zur Verfügung stehende Kontingent an Freikarten für Vorstellungen des Wedekind-Zyklus (siehe oben) überzogen; bis dahin hatte es bereits drei Vorstellungen von „So ist das Leben“ (die nächste Vorstellung stand am 8.7.1909 an) und zwei Vorstellungen des „Marquis von Keith“ gegeben; „Musik“, „Erdgeist“, „Hidalla“, „Die Zensur“ und „Der Kammersänger“ standen bis zum 31.7.1909 noch auf dem Programm [vgl. Tb].. Würden Sie sich mit inliegender KarteHinweis auf eine nicht überlieferte Mitteilung; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Münchner Schauspielhaus, 7.7.1909. Dem Brief liegt die Karte (vermutlich eine Visitenkarte) nicht mehr bei, die Will Vesper an der Theaterkasse des Münchner Schauspielhauses vorzeigen sollte; sie dürfte den Hinweis enthalten haben, ihm eine Eintrittskarte auszuhändigen, ihm jedenfalls Einlass zu einer Vorstellung des Wedekind-Zyklus (siehe oben) zu gewähren. bitte an die Kasse
bemühen.
Mit ergebensten Grüßen
Ihr
Frank Wedekind.
7.7.9.