Salzburg /16/XI.13.
Liebster Herr Wedekind!
Nun komme ich wieder dazu zu schreiben! Hier ist so
ziehmlich alles schon in Ordnung – mit mir vollständig – höchstens mit den
andern! War meine Schwester schon auf BesuchDas von Wedekind geplante Treffen mit Friedrich Strindbergs Halbschwester Kerstin in München fand vermutlich aufgrund der Warnungen Marie Uhls nicht statt [vgl. Marie Uhl an Wedekind, 10.11.1913]. Kerstin Strindberg meldete sich am 24.11.1913 telefonisch bei Wedekind [vgl. Kerstin Strindberg an Wedekind, 24.11.1913]. bei Herrn Wedekind? Ich bat sie | mir sobald als
möglichst darauf zu schreiben. – Bin schon so entsetzlich neuge/i/erig
und wie ich mich auf WeihnachtenWedekind hatte Friedrich Strindberg bei ihrem Treffen in Berlin zu einem Weihnachtsbesuch nach München eingeladen, den sein Sohn vom 23.12.1913 bis 1.1.1914 wahrnahm [vgl. Tb]. freue ist ganz unbeschreiblich!!
Hier ist entsetzliches Wetter! schon seit einer längeren
Zeit!! Mit dem ViolinlernenDen Plan dazu äußerte Friedrich Strindberg einen Monat zuvor [vgl. Friedrich Strindberg an Wedekind, 4.10.1913]. ist es scheinbar nichts, denn unser Herr Direktor
scheint darauf schon vergessen zu haben.
Mit meiner Großmamma korrespondiere ich auch recht fleißig
und ihr | war die
GeschichteVon seinen schulischen Vergehen und den angedrohten Konsequenzen berichtete Friedrich Strindberg in seinem Brief vom Beginn des Monats [vgl. Friedrich Strindberg an Wedekind, 1. bis 4.11.1913]. auch recht unangenehm!! Aber Herr Wedekind können überzeugt sein,
daß ich doch nicht dem Undank soviel Platz in meiner Brust ließe um
gegen meine Großmama schlecht zu denken!
Noch viele Grüße
herzlichst
Fritz.