FRANK WEDEKIND.
Sehr geehrter Herr von Pöllnitz!
Als Herr Dr. Blei mein Stück zum Abdruck in
der InselDie Drucklegung seiner Tragödie „Die Büchse der Pandora“ in der Zeitschrift „Die Insel“, die nun gedruckt vorlag [vgl. Die Insel, Jg. 3, Nr. 10, Juli 1902, S. 19-105], hat Wedekind mit dem in München wohnenden Franz Blei, dem Redakteur der Zeitschrift, vereinbart [vgl. Wedekind an Franz Blei, 7.6.1902]. übernahm, vereinbarten wir, daß das Honorar dafür erst im Monat
September ausbezahlt werden würde. Trotzdem wäre ich Ihnen sehr dankbar, wenn |
ich momentan wenigstens einen Theil davon erhalten könnte, da meine Einnahmen
in diesen Monaten wegen Schluß der TheaterTheaterferien (oft vier Wochen, die anschließende neue Spielzeit begann in der Regel am 1.9.1902); gemeint ist hier aber wohl in erster Linie die aktuelle Unterbrechung der allabendlichen Auftritte der Elf Scharfrichter, Wedekinds wichtigste Einnahmequelle. Der letzte Auftritt der Elf Scharfrichter mit dem Programm der Sommersaison fand am 5.7.1902 statt [vgl. Saison-Schluß der Elf Scharfrichter. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 55, Nr. 300, 2.7.1902, Vorabendblatt, S. 3], die Wintersaison begann erst wieder am 29.9.1902 [vgl. Die elf Scharfrichter. In: Allgemeine Zeitung, Jg. 105, Nr. 261, 22.9.1902, Abendblatt, S. 4]. stark verringert sind.
In
vorzüglicher Hochschätzung
Frank Wedekind
Franz
Josefstraße 42.II
12.
August 02.