[Hinweis und Referat in
Erich Mühsams Tagebuch vom 15.8.1911 in München (Tb Mühsam):]
Wedekind. […] Ich habe ihm geschrieben, daß ich das
Manuskripteine erste Fassung von Wedekinds Polemik gegen den Münchner Zensurbeirat, die in einer dann endgültigen Fassung von Erich Mühsam in der von ihm herausgegebenen Zeitschrift „Kain“ veröffentlicht wurde [vgl. Frank Wedekind: Aus dem Münchner Zensurbeirat. In: Kain, Jg. 1, Nr. 6, September 1911, S. 90-95]. Wedekind hatte sie Erich Mühsam geschickt, wie dieser am 15.8.1911 notierte: „Wedekind […] schickt mir ein ‚Memorandum‘, betitelt als ‚Zensurbeirat‘, das ich als Material für mein Blatt verarbeiten soll.“ [Tb Mühsam] am liebsten in seiner eignen Fassung brächte und erwarte nun seine
Einladung zum RendezvousDiese erfolgte nicht, sondern Wedekind stand am 15.8.1911 gleich vor der Tür, wie er im Tagebuch festhielt: „Besuch bei Mühsam.“ Erich Mühsam notierte am 16.8.1911 über den nachmittäglichen Besuch vom Vortag: „Als ich die Treppe hinaufkam, stand Wedekind vor der Wohnungstür. Wir besprachen dann in meinem Zimmer sein Memorandum […]. Es ist […] hübsch von ihm, daß er es mir zur Veröffentlichung überläßt. Ich glaube, es wird dem ‚Kain‘ sehr nützen, und die Presse wird ihre Taktik, das Blatt totzuschweigen, diesem Beitrag gegenüber kaum fortsetzen können.“ [Tb Mühsam].