19.III 5.
Verehrter Herr Geller!
eben von CölnWedekind hat sich dem Tagebuch zufolge am 16.3.1905 auf eine kurze Vortragsreise nach Köln begeben („Abreise nach Köln“), reiste nach dem Vortrag am 17.3.1905 um 24 Uhr wieder ab („Vortrag in Köln. […] 12 Uhr Nachts Rückreise nach München“) und war am 18.3.1905 morgens zurück in München.
zurückgekommen finde ich Ihre liebenswürdigen Zeilennicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Oskar Geller an Wedekind, 17.3.1905. – Oskar Geller dürfte einen Beitrag Wedekinds für die Zeitschrift „Münchner Luft“ (siehe unten) angefragt und ihm zugleich vorgeschlagen haben, sich kurzfristig für die Zeitschrift fotografieren zu lassen.. Wenn Sie noch die Absicht
haben, mich aufnehmen zu lassenWedekind wurde für die „Münchner Luft“ an einem der genannten Tage wohl fotografiert, das Foto dort aber nicht veröffentlicht; er fragte daher bei Oskar Geller nach, wer der Fotograf gewesen ist [vgl. Wedekind an Oskar Geller, 21.4.1905]., dann könnte es leider nicht anders | als
Morgen, Montagden 20.3.1905; kein Eintrag im Tagebuch. oder Übermorgen Dienstagden 21.3.1905; kein Eintrag zu einem Fototermin im Tagebuch (lediglich zur abendlichen Vorstellung von „Der Kammersänger“)., Vormittag zwischen 9 Uhr und 1 Uhr
geschehen, da ich Dienstag AbendWedekind reiste erst am Mittwoch ab, wie er am 22.3.1905 notierte: „Fahre nach Nürnberg.“ [Tb] auf 8 TageWedekinds war vom 22. bis 31.5.1905 in Nürnberg – zum „Hidalla“-Gastspiel am Intimen Theater unter der Leitung von Emil Meßthaler (Premiere: 25.3.1905, vier weitere Vorstellungen vom 26. bis 30.5.1905); am 31.5.1905 notierte er: „Rückfahrt nach München“ [Tb]. nach Nürnberg fahre. Ich würde also
morgen und Dienstag bis 1 Uhr zu Hause | bleiben.
Was den BeitragWedekinds Gedicht „Lebensregel“ [KSA 1/I, S. 542] wurde in der einzigen Ausgabe publiziert, die von der Zeitschrift „Münchner Luft“ [1905, Heft 1, Faschings-Nummer] erschienen ist [vgl. Wedekind an Oskar Geller, 21.4.1905], und zwar in der ebenfalls „Münchner Luft“ betitelten Beilage [S. (3)]. Dieser Druck war bisher nicht bekannt; er ist identisch mit dem Abdruck 1905 in „Die vier Jahreszeiten“ [vgl. KSA 1/I, S. 542]. Im Notizbuch [Nb 30, Blatt 32v] ist eine leicht korrigierte Reinschrift erhalten.
betrifft, so habe ich leider nichts weiter im Vorrat als die beigelegten
ZeilenDie dem Brief beigelegte Reinschrift des Gedichts „Lebensregel“ ist verschollen., die sich aber vielleicht ganz gut eignen würden
Indem ich Ihnen für Ihre
ehrenvolle Aufforderung noch bestens danke
mit herzlichem Gruß
Ihr FrWedekind.