Lieber Freund.
Dein Briefnicht überliefert; erschlossenes Korrespondenzstück: Wedekind an Carl Schmidt, 22.7.1892.
hat mir grosses Vergnügen gemacht u. ich möchte beinahe von Dir sagen: Du ahnungsvoller Engel d/D/u.
– Vorläufig sende ich Dir das Bild des glücklichen BrautpaaresCarl Schmidt hatte sich Mitte Juli mit der 20-jährigen Dorothea Charlotte Hudtwalcker aus dem Hamburger Vorort Rotherbaum verlobt [vgl. Carl Schmidt an Wedekind, 21.7.1892].. Anfang OctoberErst am 25.10.1892 heirateten Carl Schmidt und Dorothea Charlotte Hudtwalcker [vgl. Heiratsregister Hamburg 3, 1892, Bd. 2, Nr. 404]. Ursache dieser Verzögerung dürfte die Cholera gewesen sein, die Ende Juli in mehreren Großstädten Europas (unter anderem Paris, Hamburg, Berlin, St. Petersburg) ausbrach und in Hamburg erst Ende Oktober gebannt war. wird die Hochzeit
sein in Hamburg u.
ich gedenke darauf bis Anfang
des SemestersWedekinds ehemaliger Schulfreund Carl Schmidt war seit 1891 ordentlicher Professor der Mineralogie und Geologie an der Universität Basel. | einige Tage in Paris zu bleiben, das ich kenne, wenigstens
etwas, das aber meiner Braut
ganz neu sein wird. Es freut mich sehr Dich bei dieser Gelegenheit wieder sehenEine Begegnung Wedekinds, der wegen der Choleraepidemie Paris Mitte August verließ, aber schon am 12.9.1892 zurückkehrte [vgl. Vinçon 2021, Bd. 2, S. 121], mit Carl Schmidt in Paris ist nicht belegt. Der letzte Kontakt der einstigen Schulfreunde ist bisher für das Jahr 1884 nachgewiesen [vgl. Carl Schmidt an Wedekind, 2.10.1884]. Über eine spätere Begegnung in Basel notierte Wedekind: „Carl Schmidt war im Vortrag, läßt sich aber nicht sehen“ [Tb 18.1.1912]. zu können, ich
werde Dir vorher natürlich noch schreiben.
Auf baldiges froeliches(schweiz.) fröhliches.
Wiedersehen
Dein alter
C. Schmidt