Königreich Bayern
Kartenbrief
An
Frau Tilly Wedekind
in Berlin W.
Wohnung (Straße und Hausnummer) Kurfürstenstraße
125. |
Adresse des
Absenders: |
Geliebteste Tilly! Eben war ich bei JureitWedekind, der am 17.10.1907 nach Frankfurt am Main gereist ist: „Abends fahre ich nach Frankfurt“ [Tb], notierte am 18.10.1907 sein Hotel und die Anprobe im Schneideratelier von Johann Christoph Jureit (Roßmarkt 12) [vgl. Adreßbuch für Frankfurt am Main 1908, Teil I, S. 185]: „Frankfurter Hof. Besuch bei Jureit.“ [Tb]. Er hatte alles
schon zugeschnitten, bittet mich aber dringend
am MontagWedekind notierte am 21.10.1907: „Zu Jureit zur Anprobe.“ [Tb] Nachmittag 5 Uhr noch einmal anzuprobieren. Ich bitte Dich dringend,
geliebte Tilly, gut zu essen und zu | trinken, damit Du Dich recht erholst. Ich
hoffe jetzt nach Tisch schlafen zu können, damit ich heute AbendWedekind notierte am 18.10.1907 in Frankfurt am Main: „Abends im Rathskeller an Zensur gearbeitet.“ [Tb] Er arbeitete an der 3. Szene seines Einakters „Die Zensur“ [vgl. KSA 6, S. 827]. etwas vorwärts
bringe. Die Nacht habe ich fast nichts geschlafen. Auf baldiges
Wiedersehn, geliebteste Tilly! Behalt mich lieb und grüße Anna Pamela. Es küßt
Dich, Geliebte, Dein Frank
Frankfurter Hof