[1. Briefentwurf:]
Mich auf Reisen ohne Nachrichten zu lassen, das ist ebenso unanständig
von Dir, liebe Tilly, wie
wenn ich Dich ohne Geld lassen oder, wenn Du nach Hause kommst, Dir die Thür
vor der Nase zuschlagen wollte. Mit welchem Recht gehst Du in meinem Haus noch aus und ein?
Ich habe Deine Unanständigkeiten gründlich satt
Frank Wedekind.
[2. Abgesandter Brief:]
Ich bestätige meinen Brief vom 29.vgl. Frank Wedekind an Tilly Wedekind, 29.3.1910. Abends, den ich in Darmstadt selber zur Post brachte.
Mich auf Reisen ohne Nachrichten zu lassen, das ist ebenso unanständig
von Dir, wie wenn ich Dich ohne Geld lassen oder, wenn Du nach Hause kommst,
Dir die Thür vor der Nase zuschlagen wollte.
Ich habe Deine Unanständigkeiten gründlich satt.
Mit welchem Recht gehst du in meinem Haus noch aus und ein?
Frank Wedekind.
Berlin 31.III.10Wedekind notierte am 31.3.1910: „Warte vergeblich auf Nachricht von zu Haus. Verärgerter Abend. Telegramm und Brief an Tilly. Bis 3 Uhr im Café Bauer“ [Tb]..