Sehr geehrter Herr
Gutmann!
Inliegend erlaube ich mir Ihnen Checknicht überliefert; ein Scheck für Emil Gutmanns Gastspiel- und Vortragsvermittlung – für das Gastspiel am Intimen Theater in Nürnberg vom 20. bis 27.5.1912 sowie vermutlich für die „Franziska“-Lesung am 30.3.1912 im großen Foyer des Deutschen Volkstheaters in Wien (oder für die vom Akademischen Verband für Literatur und Kunst veranstaltete „Franziska“-Lesung im Saal der Kleinen Bühne am 29.2.1912 oder für den Liederabend von Frank und Tilly Wedekind am 3.3.1912 ebenfalls im Saal der Kleinen Bühne in Wien). über M. 205
zu übersenden
und zwar für Wien M. 30
für Nürnberg M. 175
Summe. M. 205
Leider hat mir mein Arztder praktische Arzt Dr. med. Johannes Hauschildt in München (Nicolaistraße 7) [vgl. Adreßbuch für München 1912, Teil I, S. 226]; den letzten Besuch bei seinem Hausarzt hat Wedekind am 20.10.1911 notiert: „Wegen Hämorrhoiden bei Hauschild“ [Tb]. Ob er Wedekind tatsächlich untersagt hat, Geschäftspost zu erledigen, ist fraglich, wie auch Wedekinds Postkarte an seine Frau nahelegt: „Von Gutmann […] erhalte ich täglich Briefe, öffne sie aber nicht. Gutmann schrieb ich, der Arzt habe es mir verboten.“ [Frank Wedekind an Tilly Wedekind, 10.7.1912] verboten für die
nächsten 8 – 14 Tagen noch untersagt, geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen.
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Mitte Juli kommt meine Frau aus der Schweiz
zurückTilly Wedekind war seit Mitte Juni 1912 zu Besuch bei ihrer Schwiegermutter in Lenzburg; sie kam am 15.7.1912 mit dem Zug um 17.50 Uhr zurück nach München, wie ihr Mann an diesem Tag notierte: „Um 5 Uhr 50 kommt Tilly mit den Kindern von Lenzburg“ [Tb].. Die Geschäfte werden dann so rasch wie möglich erledigt sein.
Mit besten Grüßen
Ihr ergebener
Frank Wedekind.