Lieber Martens!
Ich lese ebenWedekind dürfte am 15.1.1910 die Novelle „Die Panacee des Lebens“ von Kurt Martens zu Ende gelesen haben, die zusammen mit den Novellen „Der Emigrant“ und „Caritas Mimi“ in dem Band „Drei Novellen von adeliger Lust“ (1909) vorlag, der erstmals im Sommer 1909 angekündigt wurde [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 76, Nr. 193, 21.8.1909, S. 9535], im Spätsommer 1909 im Verlag Egon Fleischel & Co. in Berlin als soeben erschienen angezeigt war [vgl. Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 76, Nr. 215, 16.9.1909, S. 10597], in München erst zum Jahresende: „Martens Kurt: Drei Novellen von adeliger Lust, Berlin 1909, Egon Fleischel & Co.“ [Vom Büchertisch. In: Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 62, Nr. 594, 20.12.1909, S. 6] Die Novelle war davor bereits in sieben Folgen in der Wochenschrift „Die Gesellschaft“ (Berlin) vorabgedruckt, begonnen Ende 1907 [vgl. Die Panacee des Lebens. Novelle von Kurt Martens. In: Die Gesellschaft, Jg. 36, Nr. 52, 28.12.1907, S. 410-413], abgeschlossen Anfang 1908 [vgl. Die Panacee des Lebens. Novelle von Kurt Martens. (Schluß.) In: Die Gesellschaft, Jg. 37, Nr. 6, 8.2.1908, S. 88-90]. mit großem Entzücken die Panacée
des Lebens zu Ende. Also morgen | Sonntag Abendder 16.1.1910, an dem Wedekind in München notierte: „Zum Abendessen kommt Martens.“ [Tb] Kurt Martens, der seinerzeit in Loschwitz bei Dresden wohnte (siehe die vorangehende und nachfolgende Korrespondenz Wedekinds mit ihm), war zu Besuch in München, wo Wedekind ihn dem Tagebuch zufolge bereits am 12.1.1910 („Auf der Prinzregentenstr. treffe ich Martens der eben zu mir will. Zweistündiger Spaziergang er trinkt Thee bei uns“) und 13.1.1910 („Gegen Abend kommt Karl Henckell [...]. Wir essen mit Martens und Thomas Mann in der Amerikan Bar zu Abend“) getroffen hat. um ½ 9um 20.30 Uhr.
Mit besten Grüßen
Dein
Frank W.