DR. MED. ARMIN WEDEKIND
Seefeldstrasse 81, RIESBACH
Lieber Bruder!
Du weißt wohl daß ich Dir das GeldDer vorliegende Brief war das Begleitschreiben zu einer Geldsendung. Armin Wedekind verwaltete das Vermögen der Familie nach dem Tod des Vaters, so dass sich Frank Wedekind zur Auszahlung von Teilen seines Erbes an ihn wenden musste. Im Tagebuch vermerkte er den Betrag von 200 Francs für den 6.4.1890 [vgl. Tb, Übersicht, S. 117]. was Du
verlangst stets ohne Weiteres schicke. Hingegen kann ich Dich nicht vor Warten
bewahren, wenn Du nicht geneigt bist meiner früher ausgesprochenen Bitte zu
willfahren u Deine Aufträgedie regelmäßigen Bitten um die Zusendung von Geld. etwa 8 Tage vor dem gänzlichen Erschöpftsein Deines
Geldbeutels einzusenden. Ich habe selten soviel übriges Geld liegen, daß ich es
Dir gleich hinsenden kann. Und eine Karte schreiben kann ich Dir auch nicht | bevor
ich weiß, oh/w/oher u wann ich das Geld kriege. Weiß ich aber daß
das, dann kann ich es auch meist gleich schicken. Wenn Du Dich also in Zukunft
vor dem unangenehmen Warten bewahren willst, so bitte meinen Rath zu beachten.
Mit herzlichem Gruß
Armin.
Riesbach, den 4. April 1890.
N.B. Anbei 200 frs
Es wäre auch besser wenn ich Zeit hätte deutsche
Banknoten zu schicken, da an den andern viel verloren geht.