Sehr geehrter Herr Kraus! Herzlichen Dank für das schöne
Geschenk, daßrecte: das. Sie mir mit den Kriegsnummern der „Fackel“Karl Kraus dürfte bei seinem Besuch bei Wedekind (siehe unten) die letzten Hefte seiner Zeitschrift „Die Fackel“ mitgebracht haben. Er hat „während des Ersten Weltkriegs zu den wenigen Publizisten gehört, die von Beginn an konsequent gegen das Kriegstreiben auftraten“ [Nottscheid 2008, S. 216]. zugedacht, deren
meiste ich schon kenne, deren Lektüre mir aber täglich neue Herzstärkung
bietet. Wir alle freuen uns noch über Ihren lieben BesuchKarl Kraus hat Wedekind entweder am 1.8.1917 nachmittags besucht oder an einem der dann folgenden Tage [vgl. Wedekind an Karl Kraus, 1.8.1917]. Bei diesem Besuch dürfte über den Krieg gesprochen worden sein. Karl Kraus bemerke rückblickend angesichts von „Stimmen, der Dichter habe in der Schweiz Vorträge für die deutsche Kriegspropaganda gehalten“ [Nottscheid 2008, S. 216]: „Diese Propaganda-Tätigkeit hat Wedekind in Gesprächen, die ich ebendort mit ihm über deutsches Wesen und deutsche Art geführt habe, vor mir streng zu verbergen gewußt.“ [Die Fackel, Jg. 20, Nr. 474-483, 23.5.1918, S. 73]. Mit schönsten Grüßen
von meiner Frau und mir
Ihr alter Frank Wedekind.