CARTE POSTALE
Ce côté
est exclusivement réservé à l’adresse
Mr le docteur Wedekind
!!!Eigenhändig zu öffnen!!!
Zürich
Seefeldstraße 81
Suisse.
|
Lieber Herr Doktor!
3. terIn der Nacht vom 22. auf den 23.10.1894 schrieben Georg Preuss und Frank Wedekind drei Postkarten an Armin Wedekind. u. unwiederruflichSchreibversehen, statt: unwiderruflich. letzter Bulletin(frz.) Bericht, offizielle Verlautbarung.. Auf Es
ist 10 Uhr Morgens. Auf dem Kriegsschauplatze hat sich nichts verändert. Wir
sind beide völlig besof trunk nüchtern. Im Hintergrunde si
winkt Notre-Dame. Die Bouillon im Pont NeufDie Brasserie du Pont Neuf (Rue du Pont Neuf 17) gehörte zu Wedekinds Pariser Stammlokalen seit Beginn seines Aufenthalts, wie die zahllosen Erwähnungen im Tagebuch belegen. Sie war eines der „Etablissements de bouillon“, ähnlich wie die „1855 von dem Schlächtermeister Duval ins Leben gerufenen“ Lokale, von denen eines unmittelbar benachbart war. „Man findet in denselben […] eine beschränkte Auswahl von Speisen, aber jedes Gericht wird einzeln bezahlt: man kann sich z. B. auf einen Teller Suppe und eine beliebige Portion beschränken. Die Speisen sind meist recht gut, aber die Portionen klein.“ [Karl Baedeker: Paris und Umgebungen. Handbuch für Reisende. 13. Aufl., Leipzig 1891, S. 17]. Das Lokal findet auch Erwähnung in Wedekinds Erzählung „Bei den Hallen“ (1897 im Band „Die Fürstin Russalka“): „Wie ich um zwei Uhr aus der Brasserie Pont-Neuf komme, geht ein Mädchen in fliegendem Radmantel vor mir her“ [KSA 5/I, S. 249]. ist
noch immer vorzüglich. Mit der Wahl meiner Zukünftigen bitte ich Sie, sich
nicht allzusehr zu beeilen, habe nämlich soeben interessante
Bekanntschaft bemachtSchreibversehen, statt: gemacht. (Singt bis zum hohen C.). Wieder habe ich eine Blumehier wahrscheinlich für Bierschaum., für
welche ich keine edlere Verwendung weiß, als sie auf Ihr Wohl zu trinken. Hoch
lebe die Bierehrlichkeit!
Preuss.
Trinke mit. Nochmals herzlichen Dank
Mit besten Grüßen Frank.
[Ecke unten links, um 90 Grad gedreht:]
Bouillon FettfleckBemerkung von Georg Preuss zur Herkunft des Flecks auf dem Papier.