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Herrn
Karl Kraus
Wien
Schwindtgasse 3.
Lieber Herr Kraus! Eben erhalte ich Fackel vom 4 OktoberDas „Fackel“-Heft vom 4.10.1906 enthält den Artikel „Die Konfiskation der ‚Fackel‘“ (das vorige Heft Nr. 207 vom 23.7.1906 war am 17.7.1906 konfisziert worden) und den Bericht „Alkoholiker“ über den Revisionsprozess am 7.9.1906 zum Prozess am 25.5.1906 (Wedekind war durch einen offenen Brief [vgl. Wedekind an Karl Kraus, 9.5.1906] am Rande in die Sache involviert) in der Nachtlicht-Affäre [vgl. Die Fackel, Jg. 8, Nr. 208, 4.10.1906, S. 6-9, 29-32]..
Ich bin todmüde, da ich gesternam 12.10.1906, an dem Wedekind unter anderen mit Maximilian Harden dinierte [vgl. Tb]; sein neues Stück „Musik. Sittengemälde in vier Bildern“ hatte er, anders als er Karl Kraus mitteilt, bereits am 9.10.1906 fertiggestellt: „Musik fertig abgeschrieben.“ [Tb] ein vieraktiges Stück fertig geschrieben habe.
Wegen TotentanzKarl Kraus war sehr um eine Aufführung von „Totentanz“ in Wien bemüht und hatte Wedekind Vorschläge zum Umgang mit der Zensur unterbreitet [vgl. Karl Kraus an Wedekind, 12.9.1906] – ohne Erfolg. Er bemerkte dazu: „Die Aufführung von Wedekinds ‚Totentanz‘, die ich – [...] im Bürgertheater – veranstalten wollte, hat die Statthaltereizensur verboten. Natürlich, weil Unmündige hineingehen könnten, die verdorben würden. Ein erprobtes Motiv behördlicher Dummheit.“ [Die Fackel, Jg. 8, Nr. 209, 20.10.1906, S. 16] bitte ich Sie n/j/etzt nichts vorderhand nichts
mehr zu unternehmen. Nächster Tage Brief. Herzlichen Gruß auch von Tilly
Ihr
Fr Wedekind. |
Frank
Wedekind u. Frau