Herrn Dr. Hermann Beuttenmüller
Baden-Baden.
Sehr geehrter Herr DoctorDr. Hermann Beuttenmüller lebte in Baden-Baden (Otto von Vincentistraße 14) als Rechtsanwalt (Büro: Sophienstraße 8) [vgl. Adressbuch der Stadt Baden-Baden 1912, Teil B, S. 90], war aber nach wie vor auch schriftstellerisch tätig.!
für das vom Kartell lyrischer Autoren festgesetzte HonorarDas Kartell lyrischer Autoren (Ende 1902 von Otto Julius Bierbaum, Carl Busse, Richard Dehmel, Gustav Falke, Hugo von Hofmannsthal, Arno Holz und Detlev von Liliencron gegründeter Interessenverband mit Sitz in Berlin) setzte sich für verbindliche Zeilenhonorare von Gedichten in Anthologien ein; § 1 der Satzung lautet: „Mindestens 50 ₰ [= Pfennig] Honorar für die Verszeile, bei Anthologien zahlbar aus jeder Auflage von höchstens 3000 Exemplaren.“ [Kartell lyrischer Autoren. In: Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel, Jg. 70, Nr. 47, 26.2.1903, S. 1629]
bin ich gerne bereit Ihnen den Abdruck der von Ihnen in Aussicht genommenen
GedichteHermann Beuttenmüller plante in einer Lyrik-Anthologie – entweder in „Die goldene Garbe. Heitere Gedichte“ (1912) oder in „Vivat Academia! Geschichten und Gedichte aus Studententagen“ (1912), beide von ihm herausgegeben – auch Gedichte Wedekinds abzudrucken, was nicht zustande kam; welche Gedichte Wedekinds er in Aussicht genommen hatte, ist nicht ermittelt. zu bewilligen.
In vorzüglicher Hochschätzung
ergebenst
Frank Wedekind.
München 5.10.11.