Burgdorf. 11. Dez.
1888.
Lieber
Bebi!
Nachdem
das Manuscriptder Erzählung „Der Gang nach der Teufelsbrücke“ (1889). schon einmal wegen schlechter Schrift g zurückgesandd/t/t
worden ist, lie und ich es einem Mitschülernicht identifziert. zum Abschreiben gegeben habe
kommt es mir soeben mit beigelegten Begleitschreibennicht überliefert. wieder zu. Ich erwartete
nichts anversehentlicher Wortabbruch beim Seitenwechsel; zu ergänzen wäre: anderes, aber.| freue mich sehr des angenehmen Ton’s, den Herr WidmannDer Schweizer Literaturkritiker und Schriftsteller Joseph Victor Widmann war Literaturredakteur bei der Berner Zeitung „Der Bund“, dem Donald Wedekind offenbar seine Erzählung zur Publikation angeboten hatte. darin
anschlägt. Ich glaube fast ihm danken zu müssen. Wenn du noch irgend welche Aussicht dafür in
irgendeinem andern Blatte hast, die dir wolbemerkt nicht zu viel Mühe macht, so
mi wäre ich dir sehr dankbar dafür, obschon es mir Vergnügen | machen
würde die Sache Herrn Widmann zu lassenDonald Wedekinds Erzählung erschien unter eigenwilligem Autornamen in der Berner Zeitung [vgl. Donald Lenzelin: Der Gang nach der Teufelsbrücke. In: Der Bund, Jg. 40, Nr. 148, 28.5.1889, S. (1-3) und Nr. 149, 29.5.1889, S. (1)]., den ich seiner reizenden Complimente
wegen recht lieb gewonnen habe. Immerhin mag ich nicht bis im Sommer warten, um
dann z mit anzusehen, wie er für „nichts stehen kann“ was nebenbei eine
ganz famose Formel ist. Also wenn du etwas damit anfangen | kannst, so tu es.
Die
Zeilen von Herrn Widmann bewahre mir auf bis Weihnachten, ich möchte sie gerne
behalten als Andenken an mein erstes Werk.
Samstagden 22.12.1888.
über acht FageSchreibversehen, statt: Tage. sind Ferien.
Gruss
an alle
Dein treuer Bruder
DWedekind