Hochverehrliche Redaktion!
Wollen Sie mir erlauben, Ihnen ergebenst sieben Fragen zu
übersendenWedekinds offener Brief „Sieben Fragen“ [vgl. KSA 5/II, S. 426f.] wurde in den „Münchner Neuesten Nachrichten“ am 29.12.1911 (im Vorabendblatt einen Tag vordatiert) mit folgender redaktioneller Einleitung veröffentlicht: „An den Münchner Zensurbeirat richtet Frank Wedekind sieben Fragen. Sein Schreiben lautet:“ [Münchner Neueste Nachrichten, Jg. 64, Nr. 608, 30.12.1911, Vorabendblatt, S. 3]., die ich den MitgliedernWedekind hat seinen offenen Brief „Sieben Fragen“ an zwölf Mitglieder des Münchner Zensurbeirats adressiert (siehe unten), die alle namentlich genannt sind; er „führte [...] nur die Hälfte der Mitglieder auf [...] prominente Namen [...] fehlten, von denen er wußte, daß sie dem Beirat angehörten“ [Meyer 1982, S. 259]. des Münchner Zensurbeirates mit der Bitte
um gefällige Beantwortung vorgelegt habeWedekind hat die Beilage vervielfältigt am 28.12.1911 – „7 Zensurfragen expediert“ [Tb] – auch jeweils privat an einzelne Mitglieder des Münchner Zensurbeirats versandt [vgl. Wedekind an Fritz Basil, Otto Crusius, Max von Gruber, Georg Kerschensteiner, Emil Kraepelin, Richard Du Moulin-Eckart, Franz Muncker, Ernst von Possart, Jocza Savits, Anton von Stadler, Emil Sulger-Gebing, Karl Voll, 27.12.1911]..
Mit dem Ausdruck vorzüglichster Hochschätzung
Frank Wedekind.