[Hinweis und Zitat in Kutscher 3, S. 232:]
Als Frank ihr zu Weihnachten 15 die Bitte um Übersendung des Bismarck erfüllte, las sie das Werk ohne Unterbrechung, „was natürlich bis in den Morgen hinein ging, und war dermaßen im Banne des großen Mannes, der von Dir wie aus Granit gehauen dasteht, daß ich zwei Tage lang nichts anderes dachte als Bismarck, mein Sohn Frank und die große Zeit des Beginnes der Einigung Deutschlands“. Das war ihr letzter Brief.
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Der 31.12.1915 ist als Ankerdatum gesetzt – das früheste mögliche Schreibdatum des nicht überlieferten Briefs. Er ist bisher auf „vor Freitag, 24.12.1915“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 361] datiert worden, da Emilie Wedekind die Buchausgabe des „Bismarck“ als Geschenk „auf Weihnachten 1915“ [Vinçon 2021, Bd. 2, S. 362] erhalten habe. Frank Wedekinds Verleger schickte ihm allerdings erst am 27.12.1915 die ersten beiden druckfrischen Exemplare und versprach weitere in den nächsten Tagen [vgl. Georg Müller an Wedekind, 27.12.1915] – sie dürften am 28.12.1915 (einen Tag für den Postweg gerechnet) bei ihm eingegangen sein. Sollte er seiner Mutter eines dieser zwei Exemplare geschickt haben, dann dürfte dies sofort noch am 28.12.1915 geschehen sein, bevor er abends zu einer zweiwöchigen Gastspielreise nach Budapest aufbrach: „Abends 6 Uhr Abfahrt von München.“ [Tb] Emilie Wedekind dürfte das „Bismarck“-Drama dann am 29.12.1915 erhalten, es „zwei Tage lang“ gelesen und sofort nach der beendeten Lektüre den nicht überlieferten Brief geschrieben haben.
Lenzburg31. Dezember 1915 (Freitag) Ermittelt (unsicher)
LenzburgDatum unbekannt
MünchenDatum unbekannt
Es gibt keine Informationen zum Standort.
Emilie Wedekind an Frank Wedekind, 31.12.1915. Frank Wedekinds Korrespondenz digital. https://briefedition.wedekind.fernuni-hagen.de (23.01.2026).
Ariane Martin